Gesucht und gefunden: die Blume des Jahres

 

03.05.2016 - Eine erfreulich große Anzahl von Naturfreunden beteiligte sich an einer weiteren LBV-Exkursion, an der Suche nach der Blume des Jahres, der Primula veris.

Die Blume des Jahres, die Primula veris in ihrer ganzen Pracht - Foto: Dieter Renner
Die Blume des Jahres, die Primula veris in ihrer ganzen Pracht - Foto: Dieter Renner

 

Die Exkursionsleiterin Elfriede Kellnhofer aus Furth im Wald führte die Gruppe ins benachbarte Tschechien. Dort wusste sie in der Nähe der Ortschaft Mnichov eine Wiese, auf der die Echte Schlüsselblume oder Wiesenschlüsselblume, wie die Pflanze mit deutschen Namen heißt, in großen Mengen wächst. Am Zielort angekommen war die Primula veris dann auch nicht zu übersehen.

 

 

Am Zielort angekommen war die Wiesen-Schlüsselblume dann auch nicht zu übersehen. - Foto: Dieter Renner
Am Zielort angekommen war die Wiesen-Schlüsselblume dann auch nicht zu übersehen. - Foto: Dieter Renner
Elfriede Kellnhofer gab zahlreiche Hintergrundinformationen. - Foto: Dieter Renner
Elfriede Kellnhofer gab zahlreiche Hintergrundinformationen. - Foto: Dieter Renner

 

 

Elfriede Kellnhofer gab zahlreiche Hintergrundinformationen. Sie berichtete, dass es sich bei der Wiesen-Schlüsselblume um eine kalkliebende Art handelt und die deshalb im Landkreis Cham nur an wenigen Stellen vorkommt, im Gegensatz zur nahen Verwandten Primula eliator, der Waldschlüsselblume oder Hohen Schlüsselblume. Der bevorzugte Lebensraum der Primula veris sind trockene Wiesen und Halbtrockenrasen. Zur Blume des Jahres wurde sie von der Loki-Schmidt-Stiftung gewählt. Dadurch soll für den Schutz dieser bedrohten Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Geschützt werden soll aber nicht nur die seltene Blume, sondern vor allem auch der Lebensraum, in diesem Fall sonnige, eher trockene Wiesen auf kalkhaltigen Böden. Durch die intensive Nutzung von Wiesen, durch Düngung, und auch durch den Umbruch von Grünland zu Ackerland werden derartige Lebensräume immer seltener.

 

 

Auch das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) ........ - Foto: Dieter Renner
Auch das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) ........  - Foto: Dieter Renner
...... und die Haselwurz (Asareum europaeum) wachsen hier. - Foto: Dieter Renner
...... und die Haselwurz (Asareum europaeum) wachsen hier. - Foto: Dieter Renner

 

 

Dass Halbtrockenrasen nicht nur Lebensraum für Schlüsselblumen sind, zeigte das Vorkommen des Kleinen Kabenkrauts (Orchis morio), einer bedrohten Orchideenart, die Elfriede Kellnhofer den Exkursionsteilnehmern vorstellen durfte. Sie wusste auch zu berichten, dass in den Sommermonaten an dieser Stelle neben weiteren Orchideenarten mit dem Lungenenzian und dem Rauhen Kranzenzian auch zwei bedrohte Enzianarten vorkommen.

 

 

Die Böhmische Schwarzach - Foto: Dieter Renner
Die Böhmische Schwarzach - Foto: Dieter Renner

Nach einer kleinen Brotzeit in der angrenzenden Hecke wurde an der Böhmischen Schwarzach eine weitere naturschutzrelevante Fläche aufgesucht. Die Böhmische Schwarzach fließt bei Kritzenast in der Nähe von Waldmünchen mit der Bayerischen Schwarzach zusammen und bildet ab da die Schwarzach.

Zum Abschluss der sehr gelungenen LBV-Frühjahrsexkursion lief der Gruppe eine Larve über den Weg, die sich dann als die Larve eines Glühwürmchens entpuppte.

 

Die Larve eines Glühwürmchens - Foto: Dieter Renner
Die Larve eines Glühwürmchens - Foto: Dieter Renner
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