Bis zu vier Luchse im Bayerischen Wald getötet

Presseinformation der Trägergemeinschaft „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer in

Bayern“, vertreten durch die Verbände BUND Naturschutz in Bayern e.V., Landesbund

für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), Wildland Stiftung Bayern und WWF Deutschland

Einer der schwersten Fälle von Artenschutzkriminalität in Bayern aufgedeckt

Foto: Henning Werth
Foto: Henning Werth

 

Hilpoltstein, Cham, 21.05.15

 Am vergangenen Freitag wurden im Landkreis Cham vier abgeschnittene Vorderbeine von Luchsen gefunden. Diese wurden in der Nähe einer Fotofalle abgelegt, die dort im Rahmen des wissenschaftlichen Luchs-Monitorings für ein grenzübergreifendes Luchsprojekt aufgestellt wurde. Ein solcher krimineller Akt ist bislang beispiellos und eine neue Eskalationsstufe der Luchsgegner in der Region. Die Trägergemeinschaft „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“ ist tief betroffen und fordert Bevölkerung wie Ermittlungsbehörden auf, alles zu tun, um die Täter zu identifizieren.

 

 

Der Fund von vier abgetrennten Luchs-Vorderbeinen bedeutet, dass mindestens

zwei, möglicherweise sogar mehr Luchse illegal getötet wurden. Die Beine waren in

der Nähe eines Fotofallenstandortes gefunden worden. Dies legt nahe, dass die

Täter die Luchsbeine gezielt so abgelegt haben, dass sie von Projektmitarbeitern

gefunden werden mussten. Unter dem Motto „Wir wollen hier keine Luchse, und ihr

könnt uns nichts anhaben“ versucht eine kleine Minderheit von offensichtlichen

Luchsgegnern, die Bemühungen um den Schutz dieser faszinierenden Tierart zu

hintertreiben und gar zu verhöhnen. Dabei wird der Luchs von einer breiten Mehrheit

der Bevölkerung in der Region unterstützt.

Die abscheuliche und brutale Tat steht möglicherweise auch im direkten Zusammenhang mit dem Einsatz des LBV zum Luchsschutzgebiet am Kaitersberg.

Hier wurde eine 37 ha große Fläche, die der Luchs zur Jungenaufzucht und als

Rückzugsraum nutzt, als Schutzzone ausgewiesen. Diese Unterschutzstellung wird seit Wochen in der örtlichen Presse kontrovers diskutiert. Vor allem einzelne Vertreter der Klettersportszene und der lokalen Politik setzen sich dabei für eine Aufweichung der Verordnung ein, was der LBV strikt ablehnt.

Es wurde bereits Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft in Regensburg erstattet. Bereits 2012 und 2013 wurden im Bayerischen Wald zwei

Luchse vergiftet bzw. erschossen, ohne dass die ausgelobten hohen Belohnungen zur Ergreifung der Täter Erfolg hatten. Die Trägergemeinschaft hofft nun, dass dieser aktuelle und besonders abstoßende Fall von Artenschutzkriminalität dazu führt, dass die Täter die Ablehnung für ihre Taten aus der Region zu spüren bekommen und Hinweise aus der Bevölkerung dazu führen werden, sie zu ermitteln und zu bestrafen.

„Umweltkriminalität ist kein Kavaliersdelikt“, so der Vorsitzende des LBV, Dr. Norbert Schäffer, stellvertretend für die Verbände der Trägergemeinschaft. „Wir erneuern angesichts dieses eklatanten Falls unsere Forderung, dass solche Straftaten systematisch erfasst, aufgeklärt und angemessen geahndet werden müssen“, sagt Schäffer. Die Verbände fordern die Staatsregierung angesichts dieser abscheulichen Tat auf, nun endlich zu handeln.

Ansprechpartner der Verbände:

LBV: Markus Erlwein, Pressesprecher,Email: m-erlwein@lbv.de, Tel.: 09174/4775-80, Mobil: 0162/4088823

 

BN: Christian Hierneis, Mitglied des Landesvorstandes, hierneis@gmx.de, 0178-537 20 48

 

WWF: Roland Gramling, Pressestelle, roland.gramling@wwf.de, Tel. 030-311 777 425

 

BJV/ Wildland-Stiftung, Naturschutzreferent, Email: eric.imm@wildland-bayern.de,Tel.: 089/990234-17

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