Hochdramatischer Storchenkampf um den Miltacher Storchenhorst

 

 

20.03.2018 - Was sich da vor einer Woche in und um den Miltacher Storchenhorst abspielte, übertraf dann doch das, was man sich unter einem Storchenkampf so vorstellt.

 

Schon etwas nervös saßen die dreijährige Störchin und ihr Storchenmann im Horst. Nervös deshalb, weil ein weiterer Storch das Nest umflog. Die Störche ahnten wohl schon, was auf sie zukommen würde. Dass die Sache dermaßen eskalieren würde, war aber nicht zu erwarten.

 

Um 8:43 Uhr erfolgte der erste Angriff. Mit vollem Einsatz versuchte der angreifende Storch den Hausherrn aus dem Horst zu drängen. Der stemmte sich aber mächtig dagegen, wehrte sich mit Flügelschlagen, Schnabelhieben und Bissen.

Meist fielen dann beide Storchenmännchen aus dem Horst und flogen eine Ehrenrunde. In aller Regel kam der Horstbesitzer zuerst wieder zum Nest zurück.

Schon wenige Sekunden später erfolgte der nächste Angriff. Innerhalb neun Minuten - so lange dauerte das ganze Spektakel - wurden zwanzig Angriffe geflogen. Schon bei einem der ersten Kämpfe fügte der Hausherr seinem Konkurrenten eine blutende Wunde am Rücken zu. Das beeindruckte diesen aber in keiner Weise. Unbeirrt wurden die Angriffe fortgesetzt.

Zwischendurch störchisches Machogehabe in Form von ausgebreiteten Flügeln und fortwährendem Schnabelklappern!

 

Das Storchenweibchen hielt sich weitgehend aus den Kämpfen heraus. Allenfalls bekundete sie anfangs ihre Solidarität mit ihrem bisherigen Männchen durch gemeinsames Geklappere. Später schaute sie sich die Sache etwas distanzierter von einem Nachbardach aus an.

Nach neun Minuten war alles vorbei. Trotz seiner Rückenverletzung hatte der Angreifer den Horst und damit das Storchenweibchen erobert.

 

Die nachfolgenden Bilder verschaffen einen kleinen Überblick über den Storchenkampf!

Als neuer Hausherr darf der Angreifer nun der Störchin bei der Aufzucht des zu erwartenden Nachwuchses helfen. Dabei kann er sich nicht einmal sicher sein, dass er der Erzeuger der Jungstörche ist, da seine Störchin ja auch schon vom Vorgänger-Männchen mehrfach begattet wurde.

Der erste Angriff! - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Der erste Angriff! - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Immer heftiger werden die Angriffe. - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Immer heftiger werden die Angriffe. - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Schon bei einem der ersten Kämpfe fügte der Hausherr seinem Konkurrenten eine blutende Wunde am Rücken zu. - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Schon bei einem der ersten Kämpfe fügte der Hausherr seinem Konkurrenten eine blutende Wunde am Rücken zu.  - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Unbeeindruckt setzt er seine Angriffe fort. - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Unbeeindruckt setzt er seine Angriffe fort. - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Auch gemeinsames Schnabelklappern können den Angreifer von seinem Tun nicht abhalten. Foto: Horstkamera Familie Gödde
Auch gemeinsames Schnabelklappern können den Angreifer von seinem Tun nicht abhalten. Foto: Horstkamera Familie Gödde
Störchisches Machogehabe in Form von Flügelschlagen durch den ursprünglichen Hausherren ...... - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Störchisches Machogehabe in Form von Flügelschlagen durch den ursprünglichen Hausherren ...... - Foto: Horstkamera Familie Gödde
..... und durch den Angreifer! - Foto: Horstkamera Familie Gödde
..... und durch den Angreifer! - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Begattung durch das erste Storchenmännchen am 12.03.18 - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Begattung durch das erste Storchenmännchen am 12.03.18 - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Auch der neue Hausherr kommt seinen "störchischen Pflichten" nach! - Foto: Horstkamera Familie Gödde
Auch der neue Hausherr kommt seinen "störchischen Pflichten" nach! - Foto: Horstkamera Familie Gödde
 

Videofilm über den Storchenkampf

 

Einen Videofilm über den beeindruckenden Storchenkampf sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Die Familie Gödde, Bewohner des Hauses, auf dem sich der Storchenhorst befindet, hat die Ereignisse mit einer Horstkamera festgehalten und uns den Videofilm und die Bilder dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

Zur besseren Unterscheidung der agierenden Weißstörche:


Das Storchenweibchen können Sie leicht an der Beringung am Fuß erkennen.


Schwieriger ist die Unterscheidung der Männchen:

Der vormalige Storchenbesitzer hat an den weißen Rückenfedern leichte dunkle Schattierungen. Später hat er dann einen Federflaum seines Konkurrenten im Schnabel.

 

Den Angreifer und Horsteroberer erkennen Sie durch sein strahlend weißes Gefieder und so etwa ab dem 6. Angriff an seiner Rückenwunde.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION