Die Naturschutzjugend NAJU veranstaltete ein Zeltlager für Jugendliche und Kinder

 

 

Über 70 junge Menschen zwischen 8 und 27 Jahren nahmen vom 12. bis 18. August am großen Zeltlager der Naturschutzjugend im Landesbund für Vogelschutz im LBV-Zentrum Mensch und Natur in Nößwartling bei Arnschwang teil. Hier bekamen die Jugendlichen im "Camp de Luchs" bei Workshops und Exkursionen Einblicke in das bis in den Frühling politisch heiß diskutierte Thema eines dritten Nationalparks in Bayern. Das Kinderzeltlager erlebte währenddessen den Lebensraum Wald spielerisch als Forscher und Künstler. Vor- und Nachteile eines Nationalparks, der Wolf und der Luchs waren dabei Hauptthemen.

 

"Frühe Vögel" begannen den Tag mit dem Besuch einer Vogel-Beringungsaktion des LBV und "Nachteulen" feierten noch am Lagerfeuer und beim Abschlusskonzert am letzten Abend. Die jungen Naturschützer und Naturschützerinnen widmeten sich im Laufe der Woche in Workshops dem Thema Großschutzgebiete, bauten sich aus Weidenzweigen, Lehm und Schamottsteinen eine Outdoorsauna und besuchten den Nationalpark. Außerdem durfte bei keiner Sommerfreizeit das "Bunte Buffet" fehlen, dass die Kinder und Jugendlichen für die Gruppe entwarfen - natürlich veggi. Die LBV Kreisgruppe war zum Dank dazu eingeladen.

 

Die Naturschutzjugend aus Bayern hat zum Bergfest der Freizeit am Mittwoch auch Dr. Norbert Schäffer, 1. Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e.V., Michael Großmann, Leitung der Nationalparkwacht Bayerischer Wald und Kristin Biebl, Volunteer Rangerin und ehemalige Juniorrangerin im Nationalpark Bayerischer Wald, eingeladen, um die Chancen eines Nationalparks zu diskutieren. Beim "Waldgespräch" mit den kompetenten Fachleuten unter der Leitung von Steffi Hensel-Münzner gingen sie mit den älteren Camp-Teilnehmern auf die vielfältigen Probleme des Nationalparks, des Wolfes und des Luchses ein. Michael Großmann erläuterte die anfänglichen Schwierigkeiten. Als 1000 ha Wald dem Borkenkäfer zum Opfer fielen und abstarben gab es in der Bevölkerung heftigste Proteste, Drohungen und sogar Anschläge. Als größten Fehler bezeichnete er dabei, dass man die Bevölkerung vorab zu wenig informierte. Aus der Katastrophe sei aber zwischenzeitlich ein Glücksfall geworden. Bei der Rückkehr des Wolfes würden leider wieder dieselben Fehler gemacht. Die Menschen würden wieder zu wenig darauf vorbereitet. Ohne Aufklärung dürfe man die Bevölkerung nicht mit der Thematik konfrontieren. Auch der Politik warf er großes Fehlverhalten vor.

 

 

 

Als kompetente Fachleute beteiligten sich unter der Leitung von Steffi Hensel-Münzner (rechts) die Volunteer-Rangerin Kristin Biebl, Michael Großmann und LBV Vorstand Dr. Norbert Schäffer (von links nach rechts) am Waldgespräch. - Foto: Peter Hartl
Als kompetente Fachleute beteiligten sich unter der Leitung von Steffi Hensel-Münzner (rechts) die Volunteer-Rangerin Kristin Biebl, Michael Großmann und LBV Vorstand Dr. Norbert Schäffer (von links nach rechts) am Waldgespräch. - Foto: Peter Hartl
Beim Waldgespräch waren auch LBV Kreisvorsitzender Karl Heinz Schindlatz, Entomologin Dr. Gisela Merkel-Wallner, und die beiden Dres. Wolfgang und Annegret Weinzierl (von links nach rechts) mit dabei. - Foto: Peter Hartl
Beim Waldgespräch waren auch LBV Kreisvorsitzender Karl Heinz Schindlatz, Entomologin Dr. Gisela Merkel-Wallner, und die beiden Dres. Wolfgang und Annegret Weinzierl (von links nach rechts) mit dabei. - Foto: Peter Hartl

 

 

Dr. Norbert Schäffer gab eine Definition von Urwald. Es handle sich dabei um Flächen, bei denen der Mensch noch nicht eingegriffen hat und auch künftig nicht eingreifen wird. Dabei entstehe eine Wildnis. Dieses Schutzgebiet sei als Lernort ungemein wichtig.

 

Kristin Biebl erläuterte, dass die jüngere Bevölkerung mehr für den Nationalpark sei, die Älteren zeigten sich eher skeptisch. Die Leute lebten vom Wald, Glasbläser benötigten das Holz des Waldes. Das verursachte einen Schockzustand. Zwischenzeitlich könne man aber sehen, dass wieder Wald entstehe. Auf viele weitere Fragen aus dem Publikum gingen die Diskussionsteilnehmer fachkompetent ein und vermittelten den Camp-Teilnehmern die Zusammenhänge und viel Wissen.

 

Währenddessen erwarteten die jüngeren Kinder kreative Workshops, Spiele und Aktionen im Wald, ganz unter dem Motto: Geheimnisvoller Zauberwald!

 

Bei so viel Programm kamen für die Jugendlichen, sowie die Kinder trotzdem die Freizeit und das Zeltlager mit langen Lagerfeuerabenden, einem Baumwipfelkino und vielen weiteren Aktionen nicht zu kurz. Christoph Tausch aus Hilpoltstein und Inken Dirks zusammen mit ihrem Team organisierten das Zeltlager hervorragend. Die jugendlichen Teilnehmer konnten eine spannende, erlebnisreiche Woche verbringen. Mit viel Engagement beteiligten sie sich an den zahlreichen Aktionen.

 

Der LBV- Kreisgruppe Cham sei zu danken, dass sie das für ein Zeltlager bestens geeignete Gelände des Umweltzentrums der Naturschutzjugend zur Verfügung gestellt hat.

 

Bericht: Peter Hartl

 

 

Das Zeltlager der NAJU beim LBV Zentrum! - Foto: Peter Hartl
Das Zeltlager der NAJU beim LBV Zentrum! - Foto: Peter Hartl
Bei Pausen vertrieb man sich auch mit „Stadt Land Fluss“ die Zeit. - Foto: Peter Hartl
Bei Pausen vertrieb man sich auch mit „Stadt Land Fluss“ die Zeit. - Foto: Peter Hartl
In der selbst gefertigten Outdoor-Sauna konnte man am Abend schwitzen. - Foto: Peter Hartl
In der selbst gefertigten Outdoor-Sauna konnte man am Abend schwitzen. - Foto: Peter Hartl
Aufräumen im Zelt war angesagt. - Foto: Peter Hartl
Aufräumen im Zelt war angesagt. - Foto: Peter Hartl
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