Die Westroute des Weißstorchs mit allen Sinnen erfasst

 

07.10.2019 - Eine Veranstaltung, die sowohl Vogelfreunde, musikalisch Interessierte und Liebhaber eines guten Tropfen Weins gleichermaßen ansprach, fand am vergangenen Samstag im Cafe des LBV-Zentrums "Mensch und Natur" in Nößwartling: " Der Zug des Weißstorchs - begleitet mit Wein und Musik"! Eine Veranstaltung für Herz, Ohr und Gaumen, wie Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger in seiner Begrüßungsrede feststellte!

 

 

Mit vielen hochinteressanten Informationen und Bildern wusste die Referentin die Zuhörerschaft immer wieder zu beeindrucken. - Foto: Dieter Renner
Mit vielen hochinteressanten Informationen und Bildern wusste die Referentin die Zuhörerschaft immer wieder zu beeindrucken. - Foto: Dieter Renner

 

Den ornithologischen Teil übernahm Oda Wieding vom Artenschutzreferat der LBV-Landesgeschäftsstelle in Hilpoltstein, die sich als kompetente Fachfrau für alle Fragen rund um den Weißstorch erwies. Sie führte die Besucher der Veranstaltung mit vielen interessanten Informationen entlang der Westroute der Weißstörche, ausgehend von Deutschland über die Schweiz, Frankreich, Spanien, Portugal und schließlich über die Straße von Gibraltar nach Marokko.

 

 

Barbara Rautenberg, Wolfgang Weinzierl, Christoph Rautenberg und Stefan Tscherney (von links nach rechts)vom Kötztinger Kammermusikkreis begleiteten den Zug des Weißstorchs musikalisch. Die Musiker ließen es sich nicht nehmen passend zum Motto des Abends in schwarz-weiß-roter Kleidung zu erscheinen. - Foto: Dieter Renner
Barbara Rautenberg, Wolfgang Weinzierl, Christoph Rautenberg und Stefan Tscherney (von links nach rechts)vom Kötztinger Kammermusikkreis begleiteten den Zug des Weißstorchs musikalisch. Die Musiker ließen es sich nicht nehmen passend zum Motto des Abends in schwarz-weiß-roter Kleidung zu erscheinen. - Foto: Dieter Renner
Sigrid Riederer aus Neukirchen b. hl. Blut stellte zu jedem Land einen Biowein vor. - Foto: Dieter Renner
Sigrid Riederer aus Neukirchen b. hl. Blut stellte zu jedem Land einen Biowein vor. - Foto: Dieter Renner

 

Zu jedem Land stellte Sigrid Riederer, die in Neukirchen b. hl. Blut einen Weinladen betreibt, einen Biowein vor, der dann vom LBV-Helferteam den Gästen kredenzt wurde. Dazu gab es landestypische Häppchen und Brote. Während die Besucher die kulinarischen Spezialitäten genossen, wurden sie von einem Streichquartett aus den Reihen des Kötztinger Kammermusikkreises mit Barbara Rautenberg, Wolfgang Weinzierl und Christoph Rautenberg (alle Violine), sowie Stefan Tscherney (Violoncello) musikalisch unterhalten. Auch durch die Auswahl der Musikstücke wurde der Zug der Weißstörche nachempfunden. Da wurde unter anderem aufgeführt: ein Jodler für die Schweiz, für Spanien das Stück La habanera aus der Oper Carmen, sowie für Marokko der Musical-Song As time goes by, der als Titelmusik des Films Casablanca bekannt wurde. Die Musiker ließen es sich nicht nehmen passend zum Motto des Abends in schwarz-weiß-roter Kleidung zu erscheinen.

 

 

Das LBV-Helferteam versorgte die Besucher mit Wein, landestypischen Häppchen und Broten. - Foto: Dieter Renner
Das LBV-Helferteam versorgte die Besucher mit Wein, landestypischen Häppchen und Broten. - Foto: Dieter Renner

 

 

Oda Wieding wusste zu berichten, dass der Einsatz für den Weißstorch zu einem der erfolgreichsten Artenschutzprojekte wurde. In Bayern gab es 1988 nur noch 58 Brutpaare und man musste ernsthaft befürchten, dass unser Bundesland möglicherweise storchenfrei werden könnte. Durch enormen Einsatz der Naturschützer, insbesondere auch des LBV, konnte diese Zahl aber bis 2019 auf 630 Brutpaare gesteigert werden. Auch in den anderen Ländern erholte sich der Bestand der Weißstörche in ähnlichem Umfang.

 

Dennoch lauern besonders auch auf dem Zug ins Winter- oder Sommerquartier viele Gefahren. Sei es durch schlecht erkennbare Stromleitungen, ungesicherte Strommasten, Wasserbecken oder Kläranlagen mit steilen Uferrändern, Windräder zur Stromerzeugung, Pestizideinsatz, besonders auch in Afrika. Dort werden immer noch bei uns längst verbotene Pflanzenschutzmittel wie DDT oder Lindan zur Bekämpfung von Schädlingen wie Wanderheuschrecken eingesetzt, die dann von den Störchen mit den zu erwartenden Folgen gefressen werden. Zunehmend stellen aber auch Müllkippen eine Gefahr für Meister Adebar dar, weil Störche dort gerne gemeinsam mit anderen Großvögeln nach Futter suchen und sich dabei durchaus in irgendwelchen Plastikfolien verheddern können. Nicht selten landen in Afrika Störche aber auch in den Kochtöpfen der Einwohner.

 

Genaue Informationen über das Zugverhalten der Weißstörche und auch die Gefahren, denen sie dabei ausgesetzt sind, hat man durch den Einsatz der Satellitentelemetrie gewonnen. Dadurch weiß man, dass die Störche für den Zug nach Afrika etwa 8 Wochen brauchen, zurück ins Brutgebiet nur etwa 6 Wochen. Weißstörche sind Segelflieger. Deshalb nutzt der Storch für seinen Flug warme Aufwinde, um dann wieder viele Kilometer im Gleitflug weiterzuziehen. Da es diese Thermik über Wasser nicht gibt, muss er zwangsläufig das Mittelmeer umfliegen, um nach Afrika zu gelangen, entweder über den Bosporus oder über Gibraltar.

 

 

Dieser Trupp Weißstörche hat eben die Straße von Gibraltar auf dem Frühjahrszug überquert. - Foto: Dieter Renner
Dieser Trupp Weißstörche hat eben die Straße von Gibraltar auf dem Frühjahrszug überquert. - Foto: Dieter Renner

 

Die Referentin, die schon seit 1995 beim LBV für die Weißstörche zuständig ist, beeindruckte mit vielen weiteren hochinteressanten Informationen und Bildern die Zuhörerschaft immer wieder. So wurde die Veranstaltung sowohl kulinarisch, musikalisch als auch vom Wissenszuwachs der Besucher zu einem gelungenen Abend.

 

 

Rezepte zum Storchenzug

 

07.10.2019 - Die vom LBV-Helferteam zubereiteten und servierten Häppchen fanden bei den Besuchern großen Anklang. So wurde immer wieder nach den Rezepten nachgefragt. Gerne kommen wir diesem Wunsch nach und stellen sie auf diesem Weg zur Verfügung:

Olivenbrötchen:

 

 (Rezept für ca.12-14 Brötchen)

 

Zutaten:

300 ml lauwarmes Wasser

2 EL Olivenöl

15 g Hefe

450 g Mehl

1 TL Salz

etwas Kümmel, Thymian, Majoran, Quendel

Olivenöl zum bepinseln

 

Zubereitung:

- Wasser mit Olivenöl und Hefe mixen, Mehl, Salz und Kräuter zugeben, mit den Knethaken gut schlagen bis der Teig Blasen wirft.

- Teig ca. ½ Stunde zugedeckt, warm ruhen lassen.

- Anschließend nochmals durchkneten, mit deinem Löffel kleine Teigstücke abstechen, zu kleinen Kugeln formen und auf ein Backblech legen. Backblech mit Geschirrtuch abdecken und eine halbe Stunde gehen lassen.

- Bei ca. 180 C. 10 bis 15 Min. backen.

- Die noch warmen Brötchen mit Olivenöl bepinseln.

 

 

 

Tomaten-Paprika Pesto:

Zutaten:

150 g milde rote Paprika

150 g Tomaten (evtl. Fleischtomaten)

ca. 100 ml hochwertiges Olivenöl

etwas Schnittlauch Basilikum

ca. 20 Blätter 50 g Hartkäse gerieben oder fein geschnitten

50 g fein gehackte Walnüsse

3 EL Rotwein

1 EL Tomatenmark

etwas Salz und Paprikapulver nach Geschmack

 

Zubereitung:

- Paprika, Tomaten, Schnittlauch, Basilikum fein schneiden, Olivenöl zugeben und kurz pürieren.

- Masse mit Hartkäse, gehackten Walmüssen, Rotwein und Tomatenmark vermengen.

- Mit Salz und eventuell Paprikapulver abschmecken.

 

 

 

Bayerischer Obazda:

 

Zutaten:

1 kleine Zwiebel

125 g weicher Camembert fein zerkleinert

200 g Frischkäse

40 g weiche Butter

1 Teel. Paprikapulver

je eine Prise Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

Die Zwiebel fein hacken und mit den übrigen Zutaten mit einem Rührgerät gut durchmengen.

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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