Internationaler Tag des Luchses im LBV-Zentrum

Die Hauptperson beim Internationalen Tag des Luchses - Foto: Heinrich Blüml
Die Hauptperson beim Internationalen Tag des Luchses - Foto: Heinrich Blüml

 

 

20.06.2019 - Mitte des 19. Jahrhunderts in Bayern ausgestorben - Mit Wiederansiedlungsmaßnahmen versucht man in den 70er-Jahren gegenzusteuern - Erste Exemplare werden im Bayerischen Wald wieder heimisch. - Mittlerweile leben rund 85 adulte Tiere in Deutschland, vor allem im Bayerischen Wald, im Harz und im Pfälzer Wald.

 

Es geht um den Luchs! "Die Raubkatze gehört ebenso in unsere Natur, wie der Rothirsch, das Eichhörnchen und der Schwarzstorch." So teilt der Wildtierexperte Moritz Klose vom WWF in einer Pressemitteilung im Vorfeld der Veranstaltung mit. Die Wiederansiedlung der Raubkatze sorgt vor allem im Bayerischen Wald und hier besonders im Landkreis Cham weiterhin für rege Diskussionen zwischen Jägern, Kletterern und Naturschützern. Auch um wissenschaftlich abgesicherte Fakten mit in die Diskussion einzubringen, wurde am 11. Juni im LBV-Zentrum Mensch und Natur in Nößwartling der Tag des Luchses abgehalten. Ziel der Veranstaltung war es, die Akzeptanz gegenüber dem Luchs in der Bevölkerung weiter zu erhöhen. Zu den Hauptgefährdungsursachen der streng geschützten Katzen gehören die Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen und auch illegale Tötungen. Davon war in der Vergangenheit in besonderem Maße auch unser Landkreis betroffen.

 

Große Beutegreifer wie der Luchs benötigen grenzübergreifende Schutzmaßnahmen. Deshalb wurde das transnationale Schutzprojekt 3Lynx ins Leben gerufen, in dem sich Bayern, Tschechien und Österreich gemeinsam für den Schutz und den Erhalt des Luchses einsetzen.

 

 

 

 

Nach der Begrüßung durch die Stellvertretende Kreisvorsitzende der LBV-Kreisgruppe Cham erläuterte Manfred Wölf, Beauftragter für das Management "Große Beutegreifer" beim Landesamt für Umweltschutz in einem kurzen Statement die besondere Verantwortung unserer Region und des Landkreises Cham für den Luchs: "Der Landkreis Cham ist das Tor für die Ausbreitung des Luchses nach Norden und Westen."

Dr. Gisela Merkel-Wallner nehm die Begrüßung der Gäste vor - Foto: Angelika Nelson
Dr. Gisela Merkel-Wallner nehm die Begrüßung der Gäste vor - Foto: Angelika Nelson
Manfred Wölfl hob die besondere Bedeutung des Landkreises Cham für den Luchs hervor. - Foto: Angelika Nelson
Manfred Wölfl hob die besondere Bedeutung des Landkreises Cham für den Luchs hervor. - Foto: Angelika Nelson

 

 

Diplom-Biologin Sybille Wölfl, Leiterin des Luchsprojektes Bayern, widmete sich in ihrem wissenschaftlichen Vortrag vor allem der Bestandsentwicklung des Luchses im bayerisch-böhmisch-österreichischen Grenzraum. Grundlage ihrer Erläuterungen sei das Fotofallen-Monitoring, durch das man die Anzahl der vorhandenen Luchse im Untersuchungsgebiet zweifelsfrei belegen könne.

 

Anhand einer Karte, auf der die vorhandenen Luchsreviere eingezeichnet waren, präsentierte sie die Untersuchungsergebnisse des Jahres 2017. Demnach gab es im Untersuchungsgebiet 20 adulte territoriale Luchse (8 männliche und 12 weibliche). Hinzu kommen 10 reproduzierende Weibchen mit 22 Jungtieren und 25 dispersierende Luchse. Darunter 3 adulte und 16 subadulte Tiere. Viele der Tiere sind grenzüberschreitend unterwegs. Auch das ist mittels der Fotofallen-Monitoring abgesichert. Die Referentin erläuterte, dass das Revier eines männlichen Tieres (Kuder) durchschnittlich 400 km² groß ist. Innerhalb eines solchen Reviers befinden sich dann aber zwei bis drei Reviere von Weibchen, die vom Kuder "betreut" werden.

 

 

Sybille Wölfl präsentierte die vorhandenen Luchsreviere an Hand einer Karte. - Foto: Angelika Nelson
Sybille Wölfl präsentierte die vorhandenen Luchsreviere an Hand einer Karte. - Foto: Angelika Nelson
Barbara Geiger bei ihrem Theater Fräulein Brem`s Tierleben! - Foto: Angelika Nelson
Barbara Geiger bei ihrem Theater Fräulein Brem`s Tierleben! - Foto: Angelika Nelson

Im Rahmenprogramm des Aktionstages gab Barbara Geiger mit ihrem Theater "Fräulein Brehm`s Tierleben, das weltweit einzige Theater für heimische gefährdete Arten" mit der Aufführung "Lynx lynx - Der Luchs" einen vertieften Einblick in das Leben der Luchse. Ein kurzes Video aus dieser Aufführung können Sie hier ansehen. Bitte klicken!

 

Auch die hervorragenden Luchsbilder des Naturfotografen Julius Kramer, ausgestellt an den Außenwänden des Cafes, weckten die Begeisterung für die bedrohte Tierart.

 

 

Im Luchslabyrinth auf dem Gelände der LBV-Umweltstation konnten Kinder (und auch Erwachsene) ihr Wissen über Luchse testen und vertiefen.

Bei Kaffee und Kuchen im Vorgarten des LBV-Zentrum klang die Veranstaltung in gemütlicher Atmosphäre aus. Natürlich war auch hier der Luchs das Hauptthema.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION