Jahresrückblick durch den Kreisvorsitzenden Karlheinz Schindlatz

 

Nach der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Schindlatz gab dieser einen umfangreichen Bericht über die vielen Projekte, mit denen der Verein im vergangenen Jahr zu tun hatte.

 

Zu den neu erworbenen LBV-Eigentumsflächen gehören die Tannenwiesen zwischen Rötz und Schönthal. Hier handelt es sich um einen Uferstreifen am Buchbach, aktuell noch mit Fichten bestückt. Ziel ist jedoch ein Bach begleitender Auwald. Langfristig soll natürlich auch der Buchbach renaturiert werden. Die 1,9 ha große Fläche konnte von der Kreisgruppe im Rahmen einer Flurbereinigungsmaßnahme um 2180€ erworben werden.

 

Ein gemeinsames Projekt des LBV und der Stadt Roding ist die Renaturierung des Kammerweiherbaches bei den Gstettenwiesen bei Roding. Durch eine Verlegung des Bachbettes durch LBV-Pachtflächen könnten Biberprobleme mit Anliegern gelöst werden.

 

In den Markbachauen bei Tiefenbach übernehmen Heckenrinder die Landschaftspflege. Sie sorgen so für einen Einklang zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Das Flurbereinigungsverfahren Hannesried erhielt dafür einen Staats-Sonderpreis.

 

Nahe Arnschwang konnte ein extensiver Getreideacker gepachtet werden. Hier sollen einjährige Ackerwildkräuter, die auf der roten Liste stehen, einen neuen Lebensraum erhalten.

 

In einem Steinbruch bei Unterraning wurden die vorhandenen Gelbbauchunkenbiotope überprüft. Auch ein weiteres Projekt im Steinbruch Blauberg betraf FFH-relevante Amphibienarten. In dieses bayernweite Management von Lebensräumen bedrohter Amphibienarten ist auch die Kreisgruppe eingebunden.

 

Karlheinz Schindlatz konnte auch von der positiven Bestandsentwicklung einer Kolonie des Großen Mausohrs in der Kirche Friedersried berichten.

 

Aber auch negative Entwicklungen konnte der Kreisvorsitzende den Besuchern der Jahreshauptversammlung nicht vorenthalten. So sind im Chambtal nahezu alle Wiesenbrüter verschollen. Weder Uferschnepfen, Brachvögel, Braunkehlchen noch Wiesenpieper konnten nachgewiesen werden. Die letzten verbliebenen Feldlerchen werden regelmäßig ausgemäht und Kiebitze brüten nur noch als Zweitbrut auf Maisäckern.

 

Der Arbeitskreis Botanik bemüht sich einmal mehr um die Bestandserfassung der Märzenbecher im Auwald bei Furth im Wald. Mit 16.500 Blüten wurde in diesem Jahr das bisher beste Ergebnis erzielt.

 

In Sachen Biotoppflege wurde am Pfahl in einem mehrtägigen Arbeitseinsatz die Teufelsmauer optimiert. Auf über 20 ha der knapp 100 ha Pacht- und Eigentumsflächen wurden Pflegemaßnahmen und Strukturverbesserungen durchgeführt.

 

Bei den Weißstörchen gab es eine positive Gesamtbilanz. 18 Brutpaare sorgten für die Aufzucht von 24 Jungen.

Die Betreuung der neuen Igelstation im Dachboden des LBV-Zentrums liegt im Wesentlichen in den Händen der beiden BFD-ler Lea Ventura und Christoph Höchbauer. Jährlich werden ca. 100 Pflegetiere der unterschiedlichsten Arten im LBV-Zentrum abgegeben. Sämtliche Fliesenverlegearbeiten verrichtete Anton Brandl für Gotteslohn.

 

Sehr gut angenommen werden die in den letzten Jahren auf Kirchtürmen im Landkreis, besonders in der Stadt Cham, angebrachten Nistgelegenheiten für Dohlen, Turmfalken und Mauersegler. Diese Maßnahme wurde vom Steuerbüro Jürgen Geiling gesponsert. Auch die Kosten für die Renaturierung eines Hangquellmoores wurden vollständig von dieser Steuerkanzlei übernommen.

 

Herausgegeben wurde die dritte gemeinsame Broschüre mit dem Naturpark Bayerischer Wald. Wie der Titel "Wo der Strubbelkopf haust" schon verrät, waren dieses Mal heimische Pilze das Thema. Anette Lafaire und Elfriede Kellnhofer gehörten zu den Redakteuren der gelungenen Broschüre.

 

Die beiden Großveranstaltungen Mühlenfest und Weihnachtsmarkt in der Umweltstation wurden sehr gut angenommen. Hier wurde mit der Grundschule Arnschwang, der Partnerschule unserer Umweltstation wieder gut zusammengearbeitet. Karlheinz Schindlatz lud die Anwesenden gleich zum nächsten Schrazlmarkt am 27. November ein.

 

Im Mai des vergangenen Jahres fand auf den Flächen der Umweltstation ein schottisches Mittelalterlager statt. Die schottischen Clans bedankten sich dafür mit einer Spende von 800€.

 

Gut zusammengearbeitet wurde wieder mit den Naturschutzbehörden auf Kreis- und Bezirksebene.

Gespräche über aktuelle Naturschutzthemen wurden mit den Politikern Gerhard Hopp (CSU), Dr. Karl Vetter (FW), Marianne Schieder (SPD) und Landrat Franz Löffler geführt. Thematisiert wurde dabei u.a. der immer weiter zunehmende Maisanbau, die Überwachung des Luchsschutzgebiets und präventive Maßnahmen für die Rückkehr des Wolfs, mit der in der nahen Zukunft gerechnet werden muss.

 

Die illegalen Luchstötungen im Lamer Winkel und im gesamten Bayerischen Wald waren ein gewaltiges Problem für die Kreisgruppe. Sehr erfreulich war es dagegen, dass durch den Einsatz von Fotofallen belegt werden konnte, dass es aktuell wieder Luchsnachwuchs im "Bermuda-Dreieck" gibt.

 

Lobend erwähnt wurde die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Garten- und Landschaftsbauunternehmen Pohl in Zifling. Zu den diversen Einsätzen gehörten die Pflege verschiedener Buschnelkenbiotope, Nachpflanzungen in der Eichenallee im Letten- und Angerweihergebiet und die Pflanzung von Schattenbäumen an der Umweltstation für die Parkplätze.

 

Zum Schluss bedankte sich der Vorsitzende bei allen, die sich in irgendeiner Art für die Natur engagiert haben.

 

Nachweis von drei sehr seltenen Schwebfliegenarten

 

Die stellvertretende Kreisvorsitzende, Frau Dr. Gisela Merkel-Wallner referierte über ihre wissenschaftliche Untersuchung der Insektenfauna in der LBV-Eigentumsfläche in Lixenried. Dort war ihr der Nachweis von drei sehr seltenen Schwebfliegenarten gelungen. Hier seien alte Baumbestände und der moorige Boden ein wichtiger Lebensraum für diese Schwebefliegen und deren Larven.

Ausführlichere Informationen dazu können Sie hier entnehmen!

 

Barbara Hrabetz berichtete von der Wiederbelebung der Kindergruppe "Rimbacher Waldschrazl", die im April dieses Jahres erfolgte und die sie gemeinsam mit einer weiteren Betreuerin leite. Ihr gehören mittlerweile wieder 23 Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren an. Die Kinder treffen sich einmal im Monat für zwei Stunden. Dabei werden jahreszeitliche naturkundliche Themen behandelt. Verschiedene Exkursionen, Ausflüge und ein Zeltlager sind für das kommende Jahr angedacht. Geplant sei im nächsten Jahr auch die Gründung einer Jugendgruppe in Cham.

 

Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger gab einen Einblick in die Vielfalt der LBV-Umweltstation. Er berichtete auch über die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten, insbesondere mit der Partnerschule Arnschwang. Diese beinhaltet Umweltbildung vor Ort, auch mit Schulen aus Tschechien. Ferienfreizeiten werden ebenso angeboten wie Fortbildungen für Kindergärtnerinnen und Studenten. Großer Wert werde auf die Entwicklung eigener Materialen gelegt. Abschließend bedankte er sich bei den Mitgliedern für ihre Treue zum LBV und für jegliche Unterstützung .

 

Schatzmeister Walter Wanninger gab einen Einblick über die Finanzen der LBV-Kreisgruppe und listete die verschiedenen Ausgaben und Einnahmen auf. Die Kassenprüfer bescheinigten ihm eine ordentliche Kassenführung.

 

 

Ehrungen langjähriger Mitglieder

 

 

Die Ehrungen langjähriger Mitglieder wurden vom Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Schindlatz und Monika Kerner vorgenommen. Mit der Ehrennadel in Silber für 20-jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Angelika Retting, Cham; Susanne Braun, Runding ; Christian Vogl, Cham; Rolf Wiese, Runding; Norbert Tauer und Marianne Kaufmann, beide Furth im Wald; Martina Lummer und die Tierärztliche Klinik, Bad Kötzting, die durch Alois Zach vertreten wurde. Das Ehrenzeichen in Gold für 40-jährige Mitgliedschaft konnte Michael Löwinger aus Traitsching in Empfang nehmen. Waltraud Feldbauer aus Falkenstein wäre für 50-jährige Mitgliedschaft mit dem Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet worden. Sie war verhindert, die Ehrung wird nachgeholt.

 

 

Für langjährige Mitgliedschaft im LBV konnten eine Reihe von Mitgliedern geehrt werden. - Foto: Monika Kammermeier
Für langjährige Mitgliedschaft im LBV konnten eine Reihe von Mitgliedern geehrt werden. - Foto: Monika Kammermeier

Erforderliche Nachwahlen

Geschäftsführer Markus Schmidberger und LBV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz mit den neuen Vorstandsmitgliedern Michael Bauer, Franziska Hartl und Wolfgang Weinzierl. - Foto: Monika Kammermeier
Geschäftsführer Markus Schmidberger und LBV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz mit den neuen Vorstandsmitgliedern Michael Bauer, Franziska Hartl und Wolfgang Weinzierl. - Foto: Monika Kammermeier

 

 

Die Nachwahlen für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder waren gut vorbereitet und konnten somit schnell und reibungslos über die Bühne gebracht werden. Neu ist Michael Bauer als Schriftführer, Christian Geiling als Delegierter, Elisabeth Rahm und Franziska Hartl als Ersatzdelegierte und Wolfgang Weinzierl als Kassenprüfer.

 

Im Anschluss an den offiziellen Teil war noch genügend Zeit zu Gesprächen, zum Austausch, zum Schmökern der neuen LBV-Literatur oder zum Kauf von Futtermittel, Kalendern und anderen Shop-Artikeln.

 

Bericht: Sepp Rank

Wenn Sie auch noch den Bericht der freien Mitarbeiterin Monika Kammermeier in der Mittelbayerischen Zeitung lesen wollen, klicken Sie hier!

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