„Verrückte“ Storchzeiten!

Zuerst traf die Storchendame ein. - Foto: Horstkamera der Familie Gödde
Zuerst traf die Storchendame ein. - Foto: Horstkamera der Familie Gödde
Die Beringung belegt, dass es sich um genau das gleiche Weibchen handelt wie im Vorjahr. - Foto: Horstkamera der Familie Gödde
Die Beringung belegt, dass es sich um genau das gleiche Weibchen handelt wie im Vorjahr. - Foto: Horstkamera der Familie Gödde

 

08.03.2018 - Nichts ist, wie es einmal war! Zumindest was die Störche betrifft! Noch vor zwanzig Jahren konnte man einigermaßen sicher sein: So Ende März kehrt das Storchenmännchen zuerst aus dem Winterquartier zurück und besetzt den Horst. Das Weibchen folgt dann einige Tage später! Und jetzt? Immer mehr Störche bleiben den ganzen Winter bei uns. In Miltach kommt - ganz aktuell - der erste Storch bereits am 7. März zurück und es ist ein Weibchen. Woher wir das so genau wissen? Bilder aus der Horst-Kamera der Familie Gödde beweisen es. Der Storch ist beringt. Es handelt sich eindeutig um genau das gleiche Weibchen, das 2015 in Ostrach-Waldbeuren (Süd-Württemberg) zur Welt kam, am 21.Juni 2015 von der Vogelwarte Radolfszell beringt wurde und das im Vorjahr im Miltacher Horst vier Eier gelegt hat. Aus denen sind dann vier Storchenküken geschlüpft, den Flug nach Afrika im Spätsommer konnten allerdings nur zwei antreten. Im Vorjahr war die Storchendame eigentlich noch gar keine Dame, sondern allenfalls eine Heranwachsende, die sich im Gegensatz zu allen Literaturangaben bereits im zarten Alter von erst zwei Jahren ans Brüten gemacht hat. In diesem Jahr hat sie jetzt auch die offizielle Geschlechtsreife der Weißstörche erreicht.

Das Storchenmännchen kam einen Tag später an. Dass es das gleiche Tier ist wie im Vorjahr, ist wahrscheinlich, aber ganz genau lässt sich das nicht sagen, weil dieser Storch nicht beringt ist.

 

Auch das hat sich geändert: Während vor zwanzig Jahren bei uns brütende Weißstörche ausschließlich Ostzieher waren, d.h. auf dem Weg ins Winterquartier nach Afrika über den Bosporus flogen, haben sich auch diese Grenzen verschoben. Auf Grund der Beringung in Württemberg kann man davon ausgehen, dass zumindest die Storchendame als Westzieher über Gibraltar nach Süden fliegt.

 

Da das Storchenpaar nun noch etwas erfahrener ist, darf man hoffen, dass im Miltacher Storchenhorst bald wieder fleißig Eier gelegt und erfolgreich Störche großgezogen werden.

 

 

 

 

 

Das Storchenpaar ist komplett. Einer erfolgreichen Brut steht nichts mehr im Weg. - Foto: Horst-Kamera der Familie Gödde
Das Storchenpaar ist komplett. Einer erfolgreichen Brut steht nichts mehr im Weg. - Foto: Horst-Kamera der Familie Gödde
© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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