Elfriede Kellnhofer vermittelte Pilzwissen in Wort und Bild

Die Referentin überzeugte nicht nur durch profundes Wissen über Pilze, sondern auch als Fotografin. - Foto: Dieter Renner
Die Referentin überzeugte nicht nur durch profundes Wissen über Pilze, sondern auch als Fotografin. - Foto: Dieter Renner

 

"Bei Pilzen fangen die Bestimmungsprobleme schon bei der Hutfarbe an und hören bei der oft tief im Boden steckenden Stielknolle noch lange nicht auf..." Dieses Zitat aus der bekannten Pilzzeitschrift "Der Tintling" hatte Pilzfachberaterin Elfriede Kellnhofer an den Anfang ihres Pilzvortrags zur heimischen Pilzwelt am vergangenen Freitag im LBV-Zentrum in der Alten Mühle gestellt.

 

Mit zahlreichen Fotoaufnahmen, die die Pilzkörper meist von unten zeigten, ging sie auf die unterschiedlichsten Formen und Kennzeichen der Hutunterseite ein. Lamellen, Leisten, Röhren, Poren, Stacheln, Stoppeln - weiß, leuchtend gelb, knallig rot, lila, alle möglichen Farben waren hier ebenfalls vertreten.

Wie man das Sporenpulver der Pilze abbilden kann und welche enorme Bestimmungshilfe dies darstellt, war ebenfalls Thema.

Selbstverständlich wurde auch der Stiel betrachtet, der Schüppchen, Flocken oder Netz aufweisen kann, der sich sparrig, samtig, rillig, grubig, gegürtelt oder glatt präsentiert.

 

Nachdem sich viele Pilze mit einer Hülle, dem sogenannten Velum, schützen, zeigte die Pilzfachfrau auch dazu die unterschiedlichen Varianten auf, bebildert mit der beeindruckenden und typischen Volva des tödlich giftigen Knollenblätterpilzes oder dem kaum wahrnehmbaren haarfeinen Gespinst der Haarschleierlinge.

 

 

 

Im zweiten Teil des Vortrags ging die Referentin auf Pilze ein, die sehr markante und oft ungewöhnliche Eigenschaften aufweisen. Angefangen vom bekannten Samtfußrübling, der in unseren Breitengraden als typischer Winterpilz bekannt ist, der aber vor allem in China oder Japan massenhaft gezüchtet wird und als "Enoki" ein beliebter Speise- aber auch Vitalpilz ist.

Den bei uns selten beobachteten Schiefen Schillerporling oder Chaga-Pilz und die häufig anzutreffende Schmetterlingstramente stellte sie mit ihren wertvollen, gesundheitsfördernden Eigenschaften vor.

 

 

Der Samtfußrübling ist ein typischer Winterpilz. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Der Samtfußrübling ist ein typischer Winterpilz. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Weißer Büschelrasling, ein wunderschöner Lamellenpilz! - Foto: Elfriede Kellnhofer
Weißer Büschelrasling, ein wunderschöner Lamellenpilz! - Foto: Elfriede Kellnhofer
Wohl unser beliebtester Speisepilz: der Steinpilz! In dieser Schwammerlsaison konnten sich die Schwammerlsucher ungewöhnlich häufig an ihm erfreuen. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Wohl unser beliebtester Speisepilz: der Steinpilz! In dieser Schwammerlsaison konnten sich die Schwammerlsucher ungewöhnlich häufig an ihm erfreuen. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Der Gemeine Riesenschirmling (Macrolepiota procera), besser bekannt als Parasolpilz! - Foto: Elfriede Kellnhofer
Der Gemeine Riesenschirmling (Macrolepiota procera), besser bekannt als Parasolpilz! - Foto: Elfriede Kellnhofer
Das, was manche für ein Baum-Krebsgeschwür halten ist in Wirklichkeit eine Knolle des Schiefen Schillerporlings (Inonotus obliquus), eines Chaga-Pilzes an einer Birke. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Das, was manche für ein Baum-Krebsgeschwür halten ist in Wirklichkeit eine Knolle des Schiefen Schillerporlings (Inonotus obliquus), eines Chaga-Pilzes an einer Birke. - Foto: Elfriede Kellnhofer
 

 

Kurios war mit Sicherheit zum Ende des Vortrags die Geschichte des Marzipanfälblings, der nicht nur ausgeprägt nach Marzipan riecht, sondern auch noch ein "Mäuse-WC" benötigt, um sich entwickeln zu können.

 

Neben ihrem profunden Wissen über unsere heimische Pilzwelt überzeugte die Referentin auch als Fotografin. Mit hervorragenden Aufnahmen gelang es ihr, den interessierten Besuchern auch die Ästhetik unserer phantastischen Pilzwelt eindrucksvoll zu vermitteln.

 

 

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