Heribert Mühlbauer zum Kreis-Ehrenvorsitzenden des LBV ernannt

Hochrangige Ehrengäste aus Politik und Verband würdigten außergewöhnliche Leistungen

„Heribert Mühlbauer hat Ziele und Kurs des Naturschutzes vorgegeben. Die Ergebnisse seiner Arbeit machen den LBV stolz. Er hat sich um den Naturschutz verdient gemacht!“ so Ludwig Sothmann, der Landesehrenvorsitzende des LBV als Resümee seiner Laudatio  beim Festakt im Umweltzentrum Mensch und Natur.

Bild: Dieter Renner
Bild: Dieter Renner
LBV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz - Bild: Dieter Renner
LBV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz - Bild: Dieter Renner

LBV Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz hieß im voll besetzten Saal des Umweltzentrums zahlreiche Gäste, darunter den ehemaligen Landesvorsitzenden und Landesehrenvorsitzenden des LBV Ludwig Sothmann, den 2. Bürgermeister der Gemeinde Arnschwang Matthias Weichs, Landrat Franz Löffler, den neuen LBV-Landesvorsitzenden Dr. Norbert Schäffer sowie Fritz Maier und seine Gattin, die den Festakt musikalisch umrahmten, willkommen. Es sei ihm eine große Ehre, diesen Festakt eröffnen zu dürfen und ein hochkarätiges Publikum aus Bayern, dem Bezirk und dem Landkreis begrüßen zu dürfen.

Grußwort des 2. Bürgermeisters Matthias Weichs:

Matthias Weichs, 2. Bürgermeister der Gemeinde Arnschwang - Bild: Dieter Renner
Matthias Weichs, 2. Bürgermeister der Gemeinde Arnschwang - Bild: Dieter Renner

Matthias Weichs, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Arnschwang übermittelte die Grüße des verhinderten Bürgermeisters Michael Multerer. Er sei sehr stolz darüber, ein Grußwort für einen Mann, der länger als Kreisvorsitzender tätig war als er alt sei, sprechen zu dürfen. In dieser langen ehrenamtlichen Zeit habe Heribert Mühlbauer 40000 Stunden für den Naturschutz gearbeitet und sei an die 160000 km gefahren. Besonders hob Weichs auch den damaligen Bürgermeister Xaver Macht, der  Mitinitiator gewesen sei, dass dieses Umweltzentrums gegründet werden konnte, hervor. Kurz ging er auf die Entstehungsgeschichte ein. Viele unterschiedliche Meinungen habe es bezüglich des Erwerbs der alten Mühle gegeben. Man sei aber sehr froh, diesen Beschluss gefasst zu haben. Der LBV sei aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken, er nimmt am kulturellen Dorfleben teil und dies sei ein großer Verdienst von Heribert Mühlbauer.

Grußworte von Theo Zellner und Rüdiger Schmidt:

Im Anschluss daran verlas der stellvertretende Kreisvorsitzende Timo Gmach Grußworte des ehemaligen Landrats Theo Zellner und von Rüdiger Schmidt, dem ehemaligen Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Regensburg. Beide hoben die großen Verdienste von Heribert Mühlbauer, den sie als hochgeschätzten, stillen, zurückhaltenden Kämpfer für die Umwelt bezeichneten, hervor. Mit größtem Nachdruck und Fleiß habe er stets die Natur in den Vordergrund gestellt. Das Chamb- und das Regental seien zu seinem Lebenswerk geworden. Er hat sich um den Naturschutz verdient gemacht. Rüdiger Schmidt hob zudem die hervorragende Kooperation zwischen LBV und WWA hervor.

Laudatio des Landrats Franz Löffler:

Landrat Franz Löffler bei seiner Laudatio - Bild: Dieter Renner
Landrat Franz Löffler bei seiner Laudatio - Bild: Dieter Renner

Landrat Franz Löffler wies auf die gute Infrastruktur der attraktiven Region im Landkreis Cham hin. Man sei in einer gleichwertigen Situation zu den Ballungsräumen angekommen und könne der Jugend hochwertige, akademische Arbeitsplätze bieten. Diese Attraktivität bedürfe aber einer gewissen Balance und diese Balance auszutarieren sei nicht immer einfach. Man müsse es schaffen sowohl Wirtschaft als auch Natur zu Wort kommen zu lassen, sonst werde alles zu einseitig. Eine erfolgreiche Balance benötige eine natürliche Säule und Menschen, die sich dieser Säule annehmen. Der Naturschutz sei in der Gesellschaft vertreten und das Geheimnis der Verbände sei die Brücke zur Gesellschaft. Der LBV mit seinen 1800 Mitgliedern sei diese Brücke und dies Brückenfunktion habe der LBV durch Heribert Mühlbauer erfüllt. Ihm ging es immer um die Sache. Er kann hartnäckig sein, hat aber immer diese Balance gefunden. Für seine segensreiche Tätigkeit dankte Landrat Löffler im Namen des Landkreises. Heribert Mühlbauer sei ein Mann der 1. Stunde. Er habe zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht und durchgeführt. Der Natur- und Artenschutz lag ihm dabei immer am Herzen. Besonders den Ankauf von Flächen wie z.B. den Anger- und Lättenweiher oder den Baggersee der Firma Rädlinger hob Löffler hervor. Heribert Mühlbauer habe nicht nur gefordert, er habe stets dafür etwas getan und sich aktiv eingebracht. Dabei verwies er u.a. auf die Orchideenwiese Lixenried, die Rettungsaktion von 1500 Grasfröschen in Herzogau, die er auf seinem Dachboden überwintern konnte, die Gestaltung und Planung der Ökozone im hinteren Teil des Drachensees und den Umbau der Alten Mühle zum Umweltzentrum, das mittlerweile große Bedeutung als Tagungs- und Fortbildungszentrum genießt, hin. Jungen Menschen habe er den Naturschutz stets mit auf den Weg gegeben. Der Drachensee sei mittlerweile zu seinem größten Juwel geworden. Für sein großartiges Wirken dankte Landrat Löffler, wünschte ihm künftig alles Gute und überreichte den Landkreiskrug als Präsent. „Sein Lächeln ist immer gewinnend!“ so Landrat Franz Löffler.

Landrat Löffler überreicht den Landkreiskrug als Präsent. - Bild: Dieter Renner
Landrat Löffler überreicht den Landkreiskrug als Präsent. - Bild: Dieter Renner

Laudatio des ehemaligen Landesvorsitzenden Ludwig Sothmann:

Ludwig Sothmann, der ehemalige LBV-Landesvorsitzende und Weggefährte Heribert Mühlbauers bei seiner Laudatio - Bild: Dieter Renner
Ludwig Sothmann, der ehemalige LBV-Landesvorsitzende und Weggefährte Heribert Mühlbauers bei seiner Laudatio - Bild: Dieter Renner

Ludwig Sothmann, den Karl-Heinz Schindlatz als Handlungsreisenden für die Natur in Bayern bezeichnete, bemerkte eingangs, dass man ihm schon oft zum Vorwurf gemacht hätte, zu oft nach Cham zu reisen. Dies sei zweifelsfrei richtig. Grund dafür sei neben der herrlichen Landschaft das hervorragende persönliche Verhältnis zu Heribert Mühlbauer. Beide wären Dinos, die Chemie zwischen Beiden stimme. Immer habe er gerne in Cham Station gemacht. Im Austausch mit Heribert Mühlbauer und der Kreisgruppe habe man das auf den Weg gebracht, was der LBV heute ist. Heribert Mühlbauer sei für ihn immer ein  Vorbild und loyaler Begleiter gewesen. In der Landschaft hätten beide viel  verbessert aber auch verhindert. Durch Strukturen sei der Naturschutz Vorort entstanden. Der LBV sei immer präsent für die Natur, die Lebewesen und die Gesellschaft gewesen. Die Natur gehöre zu den wichtigsten Gütern, die man der Nachwelt hinterlässt. An der Entwicklung des LBV habe die Kreisgruppe Cham mit Heribert Mühlbauer als Ideengeber entscheidend mitgewirkt. Heribert Mühlbauer stehe für verlässliches Engagement. „Der Natur braucht Fläche“ – Dies war ein Grundsatz von ihm. In seinen 40 Jahren als Kreisvorsitzender habe er 70 ha Eigentumsfläche erworben. Viele Vorbildflächen seien ein Kapital und darauf können der Landkreis und die Gemeinden stolz sein. Das Regentalauenprojekt sei eines der Vorzeigeprojekte Deutschlands. Vor der Haustüre wurde etwas initiiert, wofür andere Landkreise die Region beneiden. Heribert Mühlbauer habe stets neue Ideen entwickelt um den Artenschutz zu verbessern. Dabei ging Ludwig Sothmann auf zahlreiche Beispiele ein. Naturschutz und Arterhaltung waren immer Anliegen von Heribert Mühlbauer. Dabei war er auch immer offen für neue Themen wie beispielsweise den Klimaschutz. Auch besondere Netzwerksqualitäten des ehemaligen Kreisvorsitzende hob Sothmann besonders hervor. Viele nützliche Kontakte habe er knüpfen können. Auf die Biotope aus 2. Hand, den Anger- und Lätttenweiher, einer Teichlandschaft und Juwel vom Allerfeinsten und den Kiesabbauweiher der Firma Rädlinger ging Ludwig Sothmann noch näher ein. Dabei verwies er eindringlich, dass man der Natur unbedingt wieder etwas zurückgeben müsse. Diese Wiedergutmachung sei sehr wichtig. Heribert Mühlbauer, ein Lehrer mit Herzblut habe dies immer vorangetrieben. Schwerpunkt seines Schaffens sei immer gewesen Kindern und Bürgern Natur zu vermitteln. Aus einem Pädagogen ist ein Umweltpädagoge geworden. Umweltbildung sei immer eine Geschichte gewesen für die er sich begeistern konnte. Dass auch die Kreisgruppe zu feiern vermag beweist der LBV beim jährlichen Mühlenfest, das immer viele Menschen ins Umweltzentrum lockt. Kurz ging Ludwig Sothmann noch auf die Entwicklung des LBV Zentrums in Nößwartling ein. Der LBV werde weiterarbeiten und die Umweltstation tue alles dafür. Besondere Dankesworte richtete Sothmann noch an die Gemeinde Arnschwang. Für die hervorragende Kooperation dankte er. Auch auf die extrem schwierigen Verhandlungen beim Drachensee, die  zusammen mit Heribert Mühlbauer gemeinsam geführt wurden ging er ein. Heribert Mühlbauer habe in den 40 Jahren Spuren hinterlassen und sich mit großem Nachdruck engagiert, Pflanzen und Tieren einen Überlebensraum zu sichern. Viele Helfer standen ihm dabei zur Seite. „Auf seine Lebensleistung könne er stolz sein. Er hat sich um den Naturschutz verdient gemacht!“  so Ludwig Sothmann.

Grußwort des LBV Landesvorsitzenden Dr. Norbert Schäffer:

Auch der aktuelle LBV Landesvorsitzende Dr. Norbert Schäffer ließ sich die Gelegenheit zu einem Grußwort nicht nehmen. Bild: Dieter Renner
Auch der aktuelle LBV Landesvorsitzende Dr. Norbert Schäffer ließ sich die Gelegenheit zu einem Grußwort nicht nehmen. Bild: Dieter Renner

Dr. Schäffer blickte auf das Jahr vor 40 Jahren zurück. Helmut Schmidt sei Bundeskanzler und die Deutsche Fußballnationalmannschaft zum 2. Mal Weltmeister geworden. Gerne sei er zum Festakt gekommen Zu seiner Lebensleistung gratulierte Dr. Schäffer Heribert Mühlbauer und zollte größten Respekt. Zusammen mit dem Landesehrenvorsitzenden Ludwig Sothmann überreichte er an Heribert Mühlbauer die Goldene Ehrennadel mit Schmuckstein und die Ernennungsurkunde zum Kreisehrenvorsitzenden.

Dr. Norbert Schäffer steckt dem Kreis-Ehrenvorsitzenden die Goldene Ehrennadel mit Schmuckstein an. Bild: Dieter Renner
Dr. Norbert Schäffer steckt dem Kreis-Ehrenvorsitzenden die Goldene Ehrennadel mit Schmuckstein an. Bild: Dieter Renner
Im Namen der Kreisgruppe überreichte Karl-Heinz Schindlatz noch ein Fernglas für weitere ornithologische Beobachtungen am Drachensee. Bild: Dieter Renner
Im Namen der Kreisgruppe überreichte Karl-Heinz Schindlatz noch ein Fernglas für weitere ornithologische Beobachtungen am Drachensee. Bild: Dieter Renner

Heribert Mühlbauer dankte abschließend:

Heribert Mühlbauer, der sichtlich von den Würdigungen gerührt war, begrüßte abschließend noch die vielen Ehrengäste namentlich. Viele persönliche Freunde und Wegbegleiter seien gekommen und dafür sei er sehr dankbar und froh. Den Rednern dankte er für ihre Ausführungen. Ludwig Sothmann, ohne den es im Landkreis viele Naturjuwelen nicht gäbe, sagte er besonderen Dank. Mittels einer Bild- Präsentation blickte er noch auf die Anfänge des Naturschutzes im Landkreis und die Entstehungsgeschichte des Umweltzentrums zurück. Dabei bemerkte er, dass die Beziehungen zur Politik besonders wichtig seien. Besonders dankte er Landrat Löffler, der sich sehr für die Natur einsetzt. Es sei wichtig, dass der Landrat hinter ehrenamtlichen Aktionen, wie vor kurzem seine Teilnahme an der Auszeichnung der Amphibienzaun –Beauftragten, steht. Naturschutz sei Aufgabe für Staat und Gesellschaft. „Wir haben es in der Hand, die Natur in ihrer Vielfalt für die Nachkommen zu erhalten“, so Heribert Mühlbauer abschließend.

Unter den Gästen kam es beim exzellenten Buffet, das die Damen der LBV Kreisgruppe herrichteten, noch zu vielen Gesprächen.


Bericht: Peter Hartl

Die musikalische Umrahmung des Festaktes übernahm der Künstler und Grafiker Fritz Maier, der dabei bewies, dass er auch an der Gitarre zu einer hohen Kunst imstande ist. Bild: Dieter Renner
Die musikalische Umrahmung des Festaktes übernahm der Künstler und Grafiker Fritz Maier, der dabei bewies, dass er auch an der Gitarre zu einer hohen Kunst imstande ist. Bild: Dieter Renner
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