Markus Schmidberger stellte das Projekt ornithologisch interessierten Besuchern vor.

 

 

28.06.2018 - Gleich an mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen beteiligt sich aktuell die LBV-Kreisgruppe.

 

Zum Einen sind es die Gelbbauchunken im Steinbruch Blauberg, die mehrmals im Jahr gefangen, fotografiert und dann wieder in die Freiheit entlassen werden, um den Bestand und die Wanderbewegungen in einem Sekundärlebensraum festzuhalten, zum anderen sind es Untersuchungen von kleinen Bächen und Quellen im Raum Walderbach und Zell nach Larven und möglicherweise auch adulten Exemplaren des Feuersalamanders, um herauszufinden, ob der Bestand dieser Amphibien, die in den 1980er-Jahren dort festgestellt wurden, noch vorhanden ist.

 

Das augenblicklich wichtigste Projekt ist aber die Teilnahme am integrierten Monitoring von Singvögelpopulationen. Dabei werden zwölfmal im Jahr in einem jeweils zu diesem Zweck aufgestellten Netz Singvögel gefangen. Ziel ist es, Belege für die Bestandsentwicklung bestimmter Singvogelarten zu bekommen, mögliche Veränderungen der Zugzeiten herauszufinden und Ausbreitungstendenzen festzustellen.

Die Drahtinsel in Nößwärtling beim LBV-Zentrum Mensch und Natur ist eine von zwei Vogelfangstationen in Bayern und von hundert in ganz Deutschland.

Da es sich um ein wissenschaftliches Projekt handelt, ist die Vorgehensweise detailliert festgelegt: Netzhöhe, Anzahl der Rundgänge, Untersuchungszeiten (in den Monaten Mai bis August jeweils dreimal, also insgesamt zwölf Mal pro Jahr).

 

Eine dieser Fangaktionen nützte LBV-Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger, um das Projekt LBV-Mitgliedern und anderen ornithologisch interessierten Personen vorzustellen. Auch wenn die frühe Morgenstunde nicht allzu viele Besucher anlockte, waren die Ausführungen des Referenten doch sehr interessant.

Markus Schmidberger erläutert Sinn und Zweck des Singvögelmonitorings. - Foto: Dieter Renner
Markus Schmidberger erläutert Sinn und Zweck des Singvögelmonitorings. - Foto: Dieter Renner

Zunächst präsentierte Markus Schmidberger an zwei beim letzten Rundgang "ins Netz gegangenen" Vögeln die Aufgaben, die erledigt werden müssen. Die Vögel werden zunächst gewogen, dann vermessen. Wenn möglich wird eine Geschlechtsbestimmung durchgeführt und der Fitnesszustand ermittelt. Schließlich werden die Vögel mit der gebotenen Vorsicht beringt, um dann wieder in die Freiheit entlassen zu werden.

Eine Mönchgrasmücke - in diesem Fall ein Männchen, ...... - Foto: Dieter Renner
Eine Mönchgrasmücke - in diesem Fall ein Männchen, ...... - Foto: Dieter Renner
.... und ein Sumpfrohrsänger erwarten ihre baldige Freilassung. - Foto:
Dieter Renner
.... und ein Sumpfrohrsänger erwarten ihre baldige Freilassung. - Foto:
Dieter Renner
Zuvor müssen sie aber noch gewogen und vermessen ........ - >Foto: Dieter Renner
Zuvor müssen sie aber noch gewogen und vermessen ........ - >Foto: Dieter Renner
....... und mit der gebotenen Vorsicht beringt werden. - Foto: Dieter Renner
....... und mit der gebotenen Vorsicht beringt werden. - Foto: Dieter Renner

 

Die Besuchergruppe wurde dann unmittelbar zum Fangnetz geführt, wo sich mittlerweile ein weiterer Sumpfrohrsänger und ein Fitis im Netz verfangen hatten. Ein Highlight, wie vor wenigen Wochen, ein rotsterniges Blaukehlchen, war allerdings nicht dabei.

 

Verletzungen der Vögel sind bei dieser Fangmethode so gut wie ausgeschlossen. - Foto: Dieter Renner
Verletzungen der Vögel sind bei dieser Fangmethode so gut wie ausgeschlossen. - Foto: Dieter Renner

 

 

Die Teilnahme am integrierten Monitoring von Singvögelpopulationen wird, so Schmidberger, sicherlich noch einige Jahre anhalten. Beringungshelfer sind bei den Einsatztagen immer gerne gesehen. Interessenten ab 14 Jahren können sich gerne im LBV-Zentrum in Nößwartling melden. Tel.: 09977-8227

 

 

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