Für den Erhalt des Weißen-Regen-Tales

Gemeinsam gegen eine weitere Straße im Tal des Weißen Regen: Teilnehmer von BN, LBV und dem Aktionsbündnis stellen sich zum Pressebild! - Foto: Bund Naturschutz
Gemeinsam gegen eine weitere Straße im Tal des Weißen Regen: Teilnehmer von BN, LBV und dem Aktionsbündnis stellen sich zum Pressebild! - Foto: Bund Naturschutz

 

 

Seit 10 Jahren setzt sich das Aktionsbündnis für den Erhalt des Weißen-Regen-Tals gegen die Verlegung der Staatsstraße 2140 zwischen Grafenwiesen und Kötzting ein. Unterstützt wird es dabei vom Bund Naturschutz (BN) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV). Um einer breiteren Öffentlichkeit die Auswirkungen dieses naturfeindlichen Projekts deutlich zu machen, veranstalten diese drei Organisationen am vergangenen Sonntag eine Exkursion in das betroffene Gebiet. Zahlreiche Teilnehmer, auch aus den angrenzenden Ortschaften, konnten sich selbst ein Bild machen von der Schönheit des Talraums am Thürnhofer Bach der durch die Straßenbaumaßnahme unmittelbar betroffen wäre.

 

Roger Mayer für das Aktionsbündnis und den BN und Markus Schmidberger vom LBV erläuterten den ökologischen Wert des Tals, in dem zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie der Neuntöter, Wendehals und der streng geschützte Ameisenbläuling einen Lebensraum finden. Auch der Weißstorch, der im Verlauf der Exkursion zu sehen war, findet hier hervorragende Nahrungsflächen, Es handelt sich neben Wirtschaftswiesen um Hochstaudenflur und Auwald, großenteils FFH-Gebiete, die als "überregional bedeutsam" eingestuft sind Anhand einer Schautafel wurde sichtbar, welchen massiven Eingriff in die bisher kleinteilig strukturierte Landschaft der Straßenbau bedeuten würde. Der erforderliche Flächenverbrauch von 18 Hektar sei nicht zu verantworten. Der Lamer Winkel sei gut erschlossen und es würde völlig ausreichen, die bestehenden drei Straßen Richtung Kötzting zu optimieren.

 

 

Der streng geschützte Dunkle Ameisenbläuling hat hier einen Lebensraum. - Foto: Dieter Renner
Der streng geschützte Dunkle Ameisenbläuling hat hier einen Lebensraum. - Foto: Dieter Renner
Wie naturnah das Gebiet ist, zeigt auch die Ringelnatter, die während der Exkursion auf der Straßen nach Voggendorf gefunden wurde. - Foto: Bund Naturschutz
Wie naturnah das Gebiet ist, zeigt auch die Ringelnatter, die während der Exkursion auf der Straßen nach Voggendorf gefunden wurde. - Foto: Bund Naturschutz
Der Talraums am Thürnhofer Bach dient den Grafenwiesener Weißstörchen als Nahrungsbiotop, wie das Foto eindrucksvoll beweist. Genau über diesem Weißstorch würde eine Brücke der geplanten Straße verlaufen. - Foto: Bund Naturschutz
Der Talraums am Thürnhofer Bach dient den Grafenwiesener Weißstörchen als Nahrungsbiotop, wie das Foto eindrucksvoll beweist. Genau über diesem Weißstorch würde eine Brücke der geplanten Straße verlaufen. - Foto: Bund Naturschutz
Auch diese Luftaufnahme zeigt das Biotop beim Thürnhofer Bach. Darf man das durch eine Straße zerstören? - Foto: Bund Naturschutz
Auch diese Luftaufnahme zeigt das Biotop beim Thürnhofer Bach. Darf man das durch eine Straße zerstören? - Foto: Bund Naturschutz

 

Als "Kontrastprogramm" wurde im Anschluss noch das vom BN neu erworbene Biotop "Schegerer Weiher" besichtigt. Das 6,5 Hektar große Gebiet konnte mit Zuschüssen aus dem Naturschutzfond gekauft werden. Es besteht aus Streuwiesen, aus denen durch Pflegemaßnahmen der Baumbewuchs entfernt wurde. So entsteht ein idealer Lebensraum für den hellen und dunklen Ameisenbläuling. Der ursprüngliche Kiesweiher ist teilweise verlandet und bietet für den Biber und Fischotter ein wertvolles Biotop. Um den Weiher hat sich im Lauf der Jahre ein Erlenbruchwald entwickelt, wie man ihn nur noch selten antrifft. Aus der Vogelwelt finden Arten wie Pirol und Rohrdommel ideale Lebensbedingungen. Pflegemaßnahmen sind hier nicht erforderlich, der Wald kann sich ungestört weiterentwickeln und auch umgestürzte Bäume dürfen liegen bleiben.

 

 

Ziel der Exkursion war der "Schegerer-Weiher mit seinem Erlenbruchwald. Die Fläche wurde im letzten Jahr vom BN erworben und dadurch nachhaltig gesichert. - Foto: Robert Kurzmann
Ziel der Exkursion war der "Schegerer-Weiher mit seinem Erlenbruchwald. Die Fläche wurde im letzten Jahr vom BN erworben und dadurch nachhaltig gesichert. - Foto: Robert Kurzmann

 

 

Zum Abschluss der Veranstaltung umriss Roger Mayer nochmal die bislang erfolgten Verfahrensschritte der Straßenplaner die mit dem Erörterungsverfahren 2015 zuletzt öffentlich wurden und äußerte die Befürchtung, dass nach längerer Pause das umstrittene Straßenbauprojekt in der nahen Zukunft wohl wieder stärker forciert werden wird.

 

Das Aktionsbündnis werde aber in Zusammenarbeit mit BN und LBV das nicht tatenlos hinnehmen, sondern gegebenenfalls auch rechtliche Schritte zur Verhinderung der Maßnahme einleiten. Die große Zahl der Teilnehmer an der Exkursion zeige, dass vielen Bürgern der bestandsnahe Ausbau ein Anliegen ist und ein Neubau keine Alternative darstellt. Markus Schmidberger brachte es auf den Punkt: "Wir werden uns alle dafür einsetzen, dass die Natur weiterhin eine Stimme hat."

 

Bericht: Marianne Schenk

 

 

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