Steinbruch Obertrübenbach erlaubte Einblicke in die Erdgeschichte

 

 

"In die Erde hineinschauen" konnten Teilnehmer bei einer Exkursion im alten Steinbruch bei Obertrübenbach. Dabei handelt es sich um eines der 100 schönsten und eindrucksvollsten Geotope Bayerns und dies wurde auch mit einer Urkunde prämiert und mit Schautafeln vor Ort und einem Faltblatt beworben.

 

Der Obertrübenbacher Steinbruch bietet die einzigartige Möglichkeit in Bayern, die Spuren des Meeresvorstoßes in der Oberkreidezeit, einer "Transgression", zu studieren. Die geologische Bedeutsamkeit ist hier besonders gut erlebbar. Die Exkursion ist Teil der Aktion "Bayern Tour Natur" und wurde auch vom Landratsamt unterstützt. Dr. Gisela Merkel-Wallner, stellvertretende Vorsitzende der LBV Kreisgruppe Cham, und Monika Kerner hießen rund 40 "liebe Naturfreunde" herzlich willkommen und zeigten sich erfreut über das rege Interesse.

 

An die 50 Teilnehmer verschafften sich einen Einblick in die Erdgeschichte. - Foto: Dieter Renner
An die 50 Teilnehmer verschafften sich einen Einblick in die Erdgeschichte. - Foto: Dieter Renner
Konrad Bierlmeier referierte über die Entstehung der verschiedenen Gesteinsschichten und erwies sich als profunder Kenner des Steinbruchs. - Foto Dieter Renner
Konrad Bierlmeier referierte über die Entstehung der verschiedenen Gesteinsschichten und erwies sich als profunder Kenner des Steinbruchs. - Foto Dieter Renner

 

 

Im Steinbruch Obertrübenbach sind im unteren Teil Granite des Grundgebirges aufgeschlossen, die nach oben mit einer welligen ehemaligen Landoberfläche enden. Die darüber liegende Serie Oberkreide beginnt mit einem "Transgressionskonglomerat", das teilweise sehr großes Granitgeröll enthält. Dieses Konglomerat wird von Sandsteinen und Mergeln ( stark verfestigte Ablagerungen ) überlagert, die das allmähliche Tieferwerden des Oberkreidemeeres bezeugen. Die Schichtlücke zwischen Granit und Kreidesedimenten umfasst über 200 Millionen Jahre.

 

Konrad Bierlmeier, gebürtiger Obertrübenbacher, von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Cham, schilderte den Interessierten auch, dass der Steinbruch noch bis 1960 in Betrieb gewesen sei. Hier sei Granit abgetragen worden.

Die Arbeit sei damals sehr anstrengend und mit körperlichem Einsatz verbunden gewesen. Das Material wurde gesprengt, vor Ort mit einer "Quetsche° zerkleinert und mit Hand- und Spanndiensten, Kuh- und Pferdefuhrwerken zu den jeweiligen Baustellen für den Wegebau transportiert, da Traktoren noch sehr selten waren. Er schilderte auch den Weg von der Idee der Naturpark-Gebietsbetreuerin Carolin Staudner über die Umsetzung gemeinsam mit ihm und weiteren Verbündeten.

Zum Gelingen das Vorhaben, hier eine geologische Sehenswürdigkeit auf Augenhöhe freizulegen, haben auch glückliche Umstände und Glücksfälle eine Rolle gespielt. Er berichtete von der beispielhaften Freilegung des Steinbruches. Er war so zugewachsen, dass man die geologischen Verhältnisse nicht mehr erkennen konnte. Stadtbauhof, Christliche Arbeiterhilfe und Zivildienstleistende des Landratsamtes seien unter anderem tätig gewesen. Es wurden keine gefährlichen Stoffe gefunden, nur vorwiegend Gartenabfälle, Glas und zwei Anhänger Restmüll.

 

Als Fenster der Erdgeschichte werde der Steinbruch Obertrübenbach tatsächlich erlebbar, sei gut zugängig und gerade für Besuchergruppen könne hier das Bewusstsein geschärft werden. Die Absicherung mit Bepflanzung übernimmt der örtliche Obst- und Gartenbauverein.

Ein Dank gilt auch dem Eigentümer Willi Weitzer für sein Entgegenkommen. Der Naturpark Vorderer Bayerischer Wald und die Stadt Roding haben jeweils eine Patenschaft übernommen. Außerdem habe die Stadt die geologische Sehenswürdigkeit auf 30 Jahre gepachtet, um die Zugänglichkeit zu gewähren.

Am Ende bedankten sich Dr. Gisela Merkel-Wallner und Monika Kerner mit einem kleinen Geschenk bei Konrad Bierlmeier für die interessante und aufschlussreiche Führung.

 

Bericht: Josef Kneitinger

 

Konrad Bierlmeier erläuterte die Entstehungsgeschichte an der Schautafel. - Foto: Dieter Renner
Konrad Bierlmeier erläuterte die Entstehungsgeschichte an der Schautafel. - Foto: Dieter Renner
Der Schautafel vor Ort können interessante Informationen entnommen werden. - Foto: Dieter Renner
Der Schautafel vor Ort können interessante Informationen entnommen werden. - Foto: Dieter Renner
© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION