Mit Anton Weidner ins Naturwaldreservat

Anton Weidner erwies sich als profunder Kenner der Flora des Schwarzwihrbergs. - Foto: Weidner
Anton Weidner erwies sich als profunder Kenner der Flora des Schwarzwihrbergs. - Foto: Weidner

 

20.04.2016 - Zur ersten Outdoor-Veranstaltung des Jahres konnte Monika Kerner von der LBV-Kreisgruppe Cham eine erfreulich große Zahl von Exkursionsteilnehmern begrüßen, die sich vom vorhergesagten schlechten Wetter nicht abschrecken ließen. Der Wettergott hatte dann auch ein Einsehen und sorgte für die Dauer der zweistündigen Wanderung für eine Regenpause. Monika Kerner stellte den Referenten Anton Weidner vor, tragendes Mitglied der Botanischen Arbeitsgemeinschaft der LBV-Kreisgruppe Cham, der dann auch gleich die Regie übernahm. Anton Weidner führte die Teilnehmer entlang des Schützsteiges durch das Naturwaldreservat am Schwarzwihrberg bei Rötz.

 

 

Noch kommt Licht durch die Baumkronen. Gut für die Frühblüher! - Foto: Dieter Renner
Noch kommt Licht durch die Baumkronen. Gut für die Frühblüher! - Foto: Dieter Renner
Neben den Buchen ist auch der Bergahorn im Naturwaldreservat zu Hause, wie dieser Sämling zeigt. - Foto Dieter Renner
Neben den Buchen ist auch der Bergahorn im Naturwaldreservat zu Hause, wie dieser Sämling zeigt. - Foto Dieter Renner

 

Der Referent erwies sich als profunder Kenner der Flora seines Hausbergs, beschrieb die Unterschiede zwischen Nutzwald und Naturwald in den verschiedenen Stadien und zeigte und erläuterte die vielen Frühblüher entlang des Weges. Vom Waldmeister, einem Rötegewächs, über die Vierblättrige Einbeere bis zum Moschuskraut war da alles dabei. Von Beruf Apotheker konnte der Referent auch Hinweise auf die Heilkräfte mancher Pflanzen geben. So ist der gelb-orange Milchsaft, der beim Abbrechen aus dem Stängel des Schöllkrauts austritt, eigentlich giftig. Er ist aber - äußerlich angewendet - ein wirksames Mittel gegen Warzen.

 

 

Das Moschuskraut war nur an einem einzigen Standort zu finden. - Foto: Dieter Renner
Das Moschuskraut war nur an einem einzigen Standort zu finden. - Foto: Dieter Renner
Der Waldmeister kommt im Naturwaldreservat an vielen Stellen vor. - Foto: Dieter Renner
Der Waldmeister kommt im Naturwaldreservat an vielen Stellen vor. - Foto: Dieter Renner
Die Vierblättrige Einbeere hat zuweilen auch fünf Blätter - Foto: Dieter Renner
Die Vierblättrige Einbeere hat zuweilen auch fünf Blätter - Foto: Dieter Renner
Der gelb-orange Milchsaft des Schöllkrauts ist - äußerlich angewendet - ein wirksames Mittel gegen Warzen. - Foto: Dieter Renner
Der gelb-orange Milchsaft des Schöllkrauts ist  - äußerlich angewendet - ein wirksames Mittel gegen Warzen.  - Foto: Dieter Renner
Dieser seltene Baumpilz fasziniert durch sein Aussehen. - Foto: Dieter Renner
Dieser seltene Baumpilz fasziniert durch sein Aussehen. - Foto: Dieter Renner
 

 

 

Das Highlight der Veranstaltung war jedoch ein Pilz, den die normalen Schwammerlsucher in der Gruppe noch nie gesehen hatten: ein Pilz mit einem großen Fruchtkörper mit braunen, hirnartig gefalteten und in mehreren Zipfeln ausgezogenen Hut.

Gott sei Dank waren mit Elfriede Kellnhofer und Dieter Henker zwei ausgesprochene Pilzexperten unter den Teilnehmern, die den Pilz auch gleich benennen konnten: eine Zipfel-Lorchel, eine Pilzart aus der Familie der Lorchelverwandten.

 

 

Das Highlight der Exkursion war die Zipfel-Lorchel. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Das Highlight der Exkursion war die Zipfel-Lorchel. - Foto: Elfriede Kellnhofer

Zweiter Nachweis für Bayern

 

Wie sich erst im Nachhinein herausstellte, handelt es sich bei dem im Rahmen dieser Exkursion auf dem Schwarzwihrberg entdeckten Vorkommen der Zipfellorchel um den zweiten Nachweis dieser Pilzart in Bayern. So etwas erlebt man natürlich auch nicht alle Tage bei einer LBV-Exkursion. Im nahen Böhmen soll der Pilz relativ häufig vorkommen, in Deutschland sind Fundorte aus dem Thüringer Becken, aus dem Kyffhäusergebiet und aus der Gegend um den Feldberg bekannt. Der bislang einzige bekannte Standort in Bayern befindet sich im Frankenwald in der Nähe von Kronach. Ob der Pilz essbar ist, ist umstritten. Neuere Quellen raten vom Verzehr der Zipfellorchel ab.

 

 

Diese Schnecke kriecht einem auch nicht alle Tage über den Weg: die gemeine Haarschnecke. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Diese Schnecke kriecht einem auch nicht alle Tage über den Weg: die gemeine Haarschnecke. - Foto: Elfriede Kellnhofer
Auf der Ruine Schwarzenburg endete die hochinteressante Exkursion. - Foto: Dieter Renner
Auf der Ruine Schwarzenburg endete die hochinteressante Exkursion. - Foto: Dieter Renner

 

Eine weitere Attraktion war eine Schnecke, die einem auch nicht alle Tage über den Weg läuft oder besser kriecht: die gemeine Haarschnecke. Das besondere Kennzeichen dieser Rarität sind die Borsten auf dem Schneckenhaus. Der Name konnte erst im Nachhinein mit Hilfe der entsprechenden Literatur ermittelt werden.

 

 

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