Wer quakt da aus den Eimern?

Monika Kerner vom „LBV-Zentrum Mensch und Natur“ , mit den Kindern Sophia und Simon betrachten, was sich im Eimer angesammelt hat. - Foto: Rosi Stelzl
Monika Kerner vom „LBV-Zentrum Mensch und Natur“ , mit den Kindern Sophia und Simon betrachten, was sich im Eimer angesammelt hat. - Foto: Rosi Stelzl

 

13.04.2016 - Zandt/ Weihermühle. Es ist Sonntag, neun Uhr morgens, Straßenrand in Weihermühle bei Zandt: Obwohl es recht kalt ist haben sich schon einige Leute eingefunden, weil an diesem Tag der LBV zum Infotag am Amphibienzaun aufgerufen hat. Allen voran zwei Kinder und zwei Frauen, die entschlossen kleine Eimer von Ihren Fahrradgepäckträgern holen und zum Ende des kleinen grünen Folienzaunes gehen. Sie sind die Zaunbetreuer des Amphibienzaunes hier an der Landkreisgrenze und wohnen gleich um die Ecke. Die 9-jährige Sophia und ihr kleiner Bruder Simon greifen beherzt in den ersten Eimer, aus dem leise Krötenrufe zu hören sind. Ein Tier nach dem Anderen holen die beiden heraus, manchmal sogar einen „Doppelpack“, da sitzt eine kleine Kröte auf der größeren. „Erdkröten – Männchen und Weibchen“, weiß die junge Amphibienfreundin. Weiter geht es, bis alle Eimer geleert sind und die beiden Transporteimer schon ein wenig schwer geworden sind. Neben den Erdkröten haben die beiden auch noch Molche in den Fangeimern gefunden.

Eine stattliche Anzahl von Erdkröten wird in Eimern über die Straße getragen. - Foto: Dieter Renner
Eine stattliche Anzahl von Erdkröten wird in Eimern über die Straße getragen. - Foto: Dieter Renner
Sophia hält einen soeben gefundenen Molch in Händen. - Foto: Rosi Stelzl
Sophia hält einen soeben gefundenen Molch in Händen. - Foto: Rosi Stelzl

 

Nach dem vorsichtigen Passieren der gefährlichen, weil stark befahren Staatsstraße 2140, unter Aufsicht von Mama Pfeilschifter und Tante Katrin bringen die Beiden ihre Eimer zum Weiherrand. Jetzt kommt das Zählen und Bestimmen. Zuerst die Molche. Das ist gar nicht so einfach. Ist es nun ein Berg- oder ein Teichmolch? Mit Unterstützung von Monika Kerner vom LBV-Zentrum Mensch und Natur aus Dietersdorf ist der Unterschied gleich erklärt: Knalloranger Bauch ganz ohne Punkte – ein Bergmolchweibchen hat den Weg zum Weiher sicher geschafft. Nachdem auch die letzte Erdkröte am Uferdamm abgesetzt ist, stehen ganze 97 Erdkrötenmännchen, 5 Erdkrötenweibchen und je zwei Bergmolchweibchen und –männchen auf der Zählliste.

Damit das nicht passiert, werden die Amphibien über die Straße getragen. - Foto: Dieter Renner
Damit das nicht passiert, werden die Amphibien über die Straße getragen. - Foto: Dieter Renner

 

Seit drei Wochen wird der Zaun nun betreut und viele hundert Amphibien wurden von den Zaunbetreuern bisher sicher über die Straße gebracht. „Wenn die Autos besser aufpassen würden, könnten auch die Kröten, die den Zaun verpassen, weil sie weiter vorne über die Straße hüpfen, überleben“, meint Sophia. Über dieses wichtige Thema und über die weitere Entwicklung der Erdkröten im Weiher wird noch eine ganze Weile gefachsimpelt, bis sich die kleine Gruppe wieder auflöst und der Besuch am Krötenzaun für diesen Tag beendet ist.

 

Bericht: Rosi Stelzl

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