Ergebnisse Landkreis Cham

Im Landkreis Cham auf Platz 1: der Feldsperling - Foto: Dieter Renner
Im Landkreis Cham auf Platz 1: der Feldsperling - Foto: Dieter Renner

 

 

Bayernweit landete der Spatz (Haussperling) zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder auf Platz 1 bei der 14. "Stunde der Wintervögel" von LBV und NABU. Regional gab es jedoch Abweichungen und so ging der erste Platz im Landkreis Cham mit 1.780 gemeldeten Individuen an seinen nahen Verwandten den Feldsperling. Bei uns hält dieser Vogel bereits seit 2014 unangefochten die Spitze, so die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz.

 

Insgesamt meldeten im Landkreis Cham 299 Vogelfreunde 10.310 Vögel bei der Mitmachaktion. "Die vielen Teilnehmer zeigen uns, wie groß das Interesse an der heimischen Natur ist, und darüber freuen wir uns sehr", sagt eine Sprecherin der LBV Kreisgruppe Cham. Denn je mehr Menschen mitmachen, desto besser wird die statistische Aussagekraft der Ergebnisse.

 

 

 

Den zweiten Platz im Landkreis Cham sicherte sich die Kohlmeise trotz zahlenmäßigem, bayernweitem Rückgang. Knapp geschlagen vom Haussperling auf Platz 3 belegte die nahe verwandte Blaumeise Platz 4. Die Zahl der Grünfinken nimmt seit 2011 stetig ab, trotzdem verzeichnete dieser Vogel heuer eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahr und erreichte Platz 5. Trotz trockenem Sommer und Usutu-Virus belegt die Amsel Platz 6, sogar mit einer Zunahme um 11% im Vergleich zu den Ergebnissen von 2018.

 

Der 2. Platz im Landkreis geht an die Kohlmeise. - Foto: Dieter Renner
Der 2. Platz im Landkreis geht an die Kohlmeise. - Foto: Dieter Renner
Bayernweit auf Platz 1, im Lkr. Cham "nur" auf Platz 3: der Haussperling! - Foto: Dieter Renner
Bayernweit auf Platz 1, im Lkr. Cham "nur" auf Platz 3: der Haussperling! - Foto: Dieter Renner
Platz 4 für die Blaumeise! - Foto: Dieter Renner
Platz 4 für die Blaumeise! - Foto: Dieter Renner
Leicht erholt gegenüber dem Vorjahr: der Grünfink auf Platz 5 - Foto: Dieter Renner
Leicht erholt gegenüber dem Vorjahr: der Grünfink auf Platz 5 - Foto: Dieter Renner
Trotz Usutu-Virus belegte die Amsel Platz 6. - Foto: Dieter Renner
Trotz Usutu-Virus belegte die Amsel Platz 6. - Foto: Dieter Renner
 
Der Erlenzeisig durchstreift im Winter in großen Schwärmen unser Gebiet. Platz 7! - Foto: Dieter Renner
Der Erlenzeisig durchstreift im Winter in großen Schwärmen unser Gebiet. Platz 7! - Foto: Dieter Renner

 

 

Einige Vögel reagieren stark auf das Futterangebot in ihrem Lebensraum. Erlenzeisige werden vermehrt nach Fichtenmastjahren beobachtet, da sie sich hauptsächlich von Samen dieser Bäume sowie Samen der Erlen und Birken ernähren. Mit 583 beobachteten Individuen erreichte der Erlenzeisig heuer Platz 7. Sein nahe Verwandter der Birkenzeisig wird schon seit einigen Jahren im Landkreis Cham vermisst. Die Wacholderdrossel ernährt sich insbesondere von Beeren im Winter und ihre in diesem Winter mit über 300 Individuen höchste gemeldete Zahl dürfte die reiche Beeren- und Früchteernte des Herbstes 2018 wiederspiegeln.

 

Heuer gab es keine ungewöhnlichen Wintergäste wie in so manchen Vorjahren. Das mag vielleicht daran liegen dass der Winter relative mild war bis zu den Zähltagen und Vögel auch noch in den nördlichen Breiten genügend Futter fanden. Nach den neulichen Kälteperioden könnte eine Zählung jetzt anders aussehen. Die Zahl der gesamt gemeldeten Vögel ist seit 2011 mit 8.000 bis 10.000 Individuen jährlich unverändert. Diese Zahlen spiegeln allerdings nicht den wahren Zustand unserer Vogelpopulationen wieder, da in der EU die Zahl der Brutpaare in den landwirtschaftlichen Gebieten in den letzten 30 Jahren um 300 Millionen zurückgegangen ist und auch viele Vogelfreunde bei uns eine Abnahme ihrer gefiederten Freunde an den Futterstellen im Garten feststellen. Vielmehr spiegeln die Zahlen der Stunde der Wintervögel das zunehmende Interesse der Bevölkerung wieder und die stetig steigende Anzahl der Teilnehmer an dieser Winteraktion.

 

Heuer war auch erstmals Tschechien bei der Stunde der Wintervögel dabei und die Aktion war ein voller Erfolg: Insgesamt nahmen über 14.000 tschechische Vogelfreunde teil und übertrafen damit alle Erwartungen des Organisators Tschechische Gesellschaft für Ornithologie (ČSO). Nach Österreich 2009 hat der LBV heuer die tschechischen Vogelschützer bei der Einführung der Aktion unterstützt, um Vogelfreunde auf beiden Seiten der Grenze miteinander zu verbinden. Das Projekt wird über die Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ), die ein Ziel im Rahmen der EU-Strukturförderung ist, und mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

 

 

 

Die "Sieger" auf einem Bild: Feldsperling, Kohlmeise, Blaumeise - Foto: Dieter Renner
Die "Sieger" auf einem Bild: Feldsperling, Kohlmeise, Blaumeise - Foto: Dieter Renner
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