LBV unterstützt Fraunhofer-Schüler bei Seminararbeiten

 

Nicht zum ersten Mal haben sich Schüler des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums Cham für ihre Biologie-Seminararbeiten Unterstützung durch die LBV-Kreisgruppe geholt. In diesem Jahr waren es die angehenden Abiturienten Johannes Lommer aus Geigant und Gerrit Arlt-Pongratz aus Runding, die sich für ihre Arbeiten aus dem Bereich Botanik durch Vermittlung ihres Biologielehrers Bernhard Bauer Betreuer aus der Botanischen Arbeitsgemeinschaft der LBV-Kreisgruppe suchten. Dass die Arbeiten ganz hervorragend beurteilt wurden, soll hier nur nebenbei erwähnt werden. Bei einem Termin im LBV-Zentrum Mensch und Natur präsentierten die Schüler ihre Arbeiten und stellten sich mit ihrem Lehrer Bernhard Bauer und den beiden Betreuern Dieter Renner und Anton Weidner vor den extra angefertigten Schautafel zu einem Foto auf.

Bei einem Termin im LBV-Zentrum Mensch und Natur präsentierten die Schüler ihre Arbeiten - Foto: LBV Cham
Bei einem Termin im LBV-Zentrum Mensch und Natur präsentierten die Schüler ihre Arbeiten - Foto: LBV Cham

 

Nachfolgend stellen die beiden Schüler ihre Arbeiten vor:

Botanische Untersuchungen zu Ackerwildkräutern und zur Kornrade im Landkreis Cham

Johannes Lommer präsentiert seine Seminararbeit. - Foto: Dieter Renner
Johannes Lommer präsentiert seine Seminararbeit. - Foto: Dieter Renner

 

Als angehender Abiturient des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums beschäftigte ich mich in meiner Abitur-Seminararbeit mit der Gewöhnlichen Kornrade (Agrostemma githago). Im Biologie W-Seminar "Angewandter Umweltschutz" versuchte ich, die Samen des Nelkengewächses zu vermehren und das Konkurrenzverhalten der Kornrade gegenüber dem Hafer zu testen.

 

Kornrade - Foto: Dieter Renner
Kornrade - Foto: Dieter Renner

 

Hierfür stellte mir mein Vater ein kleines Feldstück in der Nähe von Geigant zu Verfügung, auf dem ich die Samen aussäte, die mir von Herrn Anton Weidner, Mitglied der Botanischen Arbeitsgemeinschaft des LBV, überlassen worden waren.

 

Ich entschloss mich, das Feld in verschiedene Parzellen aufzuteilen, in denen die Saatstärke der Kornrade variierte. Einerseits eine Parzelle ohne Hafer, in der die Kornrade konkurrenzlos wachsen konnte und andererseits zwei Parzellen mit einer höheren und einer niedrigeren Saatstärke der Kornrade. In einem weiteren Versuch wurden die Samen der Kornrade oberflächlich auf das Saatbeet des Hafers ausgesät.

 

 

 

Letztendlich konnte sich die Kornrade in der Parzelle ohne Konkurrenz sehr gut entwickeln. Bei den Parzellen in denen Hafer zusätzlich gesät wurde, war kaum ein erfolgreiches Keimen der Kornradenpflanzen zu beobachten. Den Kornradensamen nur oberflächlich auszubringen, brachte ebenfalls keinen großen Erfolg.

 

Anfang September waren die Samen reif und ich erntete sie, indem ich die Kelche einzeln mit einer Schere abschnitt. Aus der anfänglichen Menge von 55 Gramm wurden aus den Samen aller Parzellen 810 Gramm. Diese Samen sollen in diesem Jahr wieder neu ausgesät werden. Ein großer Teil wird dem Diplombiologen Herrn Martin Scheuerer zur Verfügung gestellt, der sich im Auftrag der Regierung der Oberpfalz darum kümmert, dass die Kornrade wieder eine Heimat in unserer Oberpfälzer Natur findet.

 

Johannes Lommer

 

 

Das Ziel der Aktion: Kornrade und Kornblume im Getreidefeld - Foto: Dieter Renner
Das Ziel der Aktion: Kornrade und Kornblume im Getreidefeld - Foto: Dieter Renner

Botanische Untersuchungen auf der Burgruine Runding

Auch Gerrit Arlt-Pongratz stellte seine Seminararbeit vor. - Foto: Dieter Renner
Auch Gerrit Arlt-Pongratz stellte seine Seminararbeit vor. - Foto: Dieter Renner

 

In meiner W-Seminararbeit als Schüler des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums Cham durfte ich die Besonderheiten der Flora auf der Burgruine Runding untersuchen. Gemeinsam mit meinem Biologielehrer Herrn Bernhard Bauer, Herrn Martin Scheuerer, einem Diplombiologen aus Regensburg, der auf der Burg schon Artenschutzmaßnahmen durchgeführt hat, und Frau Amberger, der Frau des ersten Vorstandes der Burgfreunde Runding wurden die zu untersuchenden Farn- und Pflanzenarten festgelegt.

Das Untersuchungsobjekt von oben: die Burgruine Runding - Foto: Fluglinse
Das Untersuchungsobjekt von oben: die Burgruine Runding - Foto: Fluglinse

 

 

Ich sollte die lokale Verbreitung der wichtigsten Medizinalpflanzen Schildampfer, Schlafmohn, Wermut, Gefleckter Schierling und Schwarzes Bilsenkraut auf der Burg untersuchen. Hinzu kamen die beiden Farnarten Mauerrautenfarn und Blasenfarn sowie mit der Kornrade, der Buschnelke und der Gelben Skabiose drei vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten, die dort nur aus Artenschutzgründen angesalbt wurden.

Außer der Katzenminze konnte ich alle ausgewählten Pflanzen nachweisen. Bei einem Vergleich mit Bayern weiten Verbreitungskarten aus den Jahren 1990 und 2016 stellte sich heraus, dass es sich vor allem beim Schildampfer, beim Schwarzen Bilsenkraut und beim Schlafmohn um hochrangige botanische Raritäten handelt.

Schlafmohn - Foto: Dieter Renner
Schlafmohn - Foto: Dieter Renner
Schildampfer - Foto: Dieter Renner
Schildampfer - Foto: Dieter Renner
Schwarzes Bilsenkraut - Foto: Dieter Renner
Schwarzes Bilsenkraut - Foto: Dieter Renner
Wermut - Foto: Dieter Renner
Wermut - Foto: Dieter Renner

 

Da alle genannten Medizinalpflanzen auf der Burg nur auf Grund von "gärtnerischen Aktivitäten" im Mittelalter vorkommen, habe ich mich zudem mit den Inhaltsstoffen dieser Pflanzen befasst. Aufgrund zahlreicher Literaturquellen konnte ich die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche der Gewächse belegen.  

 

In Kooperation mit Herrn Scheuerer wurden von Frau Amberger und mir im April 2016 zwei Miniaturbeete auf der Burg angelegt, in welchen die Samen des Gefleckten Schierlings und des Schwarzen Bilsenkrauts ausgebracht wurden.  

 

Auf Vorschlag von Herrn Bauer beteiligte ich mich mit meinem Projekt auch beim diesjährigen Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in Neumarkt.  

 

Für die Zukunft ist noch die Anfertigung von Schautafeln mit den untersuchten Pflanzen geplant, mit deren Hilfe die Burgbesucher über Bedeutung der Pflanzen im Mittelalter aufgeklärt werden sollen.

 

Gerrit Arlt-Pongratz

 

 

 

Pflanzen im Burggarten, dort nur aus Artenschutzgründen ausgesalbt: Die Gelbe Skabiose - Foto. Dieter Renner
Pflanzen im Burggarten, dort nur aus Artenschutzgründen ausgesalbt: Die Gelbe Skabiose - Foto. Dieter Renner
Buschnelke - Foto: Dieter Renner
Buschnelke - Foto: Dieter Renner
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