LBV-Kreisgruppe Cham kann auch das fünfte Storchenopfer nur mehr tot bergen

Foto: LBV-Geschäftsstelle
Foto: LBV-Geschäftsstelle

Gut schaut sie aus, die Weißstorchbilanz für dieses Jahr im Landkreis Cham. Es scheint eines der besten Jahre für den Weißstorch zu werden. Und doch trüben Meldungen der letzten Tage diese Bilanz für den LBV sehr. Schon vor einigen Wochen verunglückten zwei von drei Grafenwiesener Jungstörche an ungesicherten Strommasten tödlich. Nun mussten am vergangenen Samstag LBV-Mitarbeiter und Ehrenamtliche ausrücken, um zwei verunglückte Störche in Stachesried und in Dalking zu bergen. Leider kam in beiden Fällen auch hier jede Hilfe zu spät. Die Fundstellen lagen direkt unter der tödlichen Falle für die Tiere, die wieder einmal als noch nicht nachgerüstete Mittelspannungs-Freileitungen ausgemacht werden konnten. Der in Dalking aufgefundene Storch war von einer polnischen Vogelschutzwarte beringt worden und offenbar auf seinem Zug in den Süden im Landkreis Cham verunglückt. Und schließlich kam heute die Meldung in der LBV-Geschäftsstelle an, in Warmleiten bei Arnschwang liege ein Storch unter einem Strommasten. Auch hier konnten die Vogelschützer nur mehr ein bereits totes Tier bergen.

Diese traurigen Funde bestätigen die Erfahrung des LBV in Bayern, dass mehr als die Hälfte aller Weißstörche durch Stromschlag und durch Zusammenstöße mit den Leitungen sterben, darunter gut 10 % unserer Jungstörche in ihrem ersten Lebensjahr! Immer noch sind viele der Mittelspannungs-Freileitungen unseres Überlandstromnetzes nicht so gesichert, dass sie keine Gefahr mehr für die Großvögel darstellen, obwohl diese Sicherungsmaßnahmen lt. Bundesnaturschutzgesetz bis Ende 2012 abgeschlossen sein sollten. Die Netzbetreiber sichern ihre gefährlichen Leitungen nur langsam, so dass es immer noch zu solch unnötigen, traurigen Verlusten bei Meister Adebar kommt.

Die LBV-Kreisgruppe Cham hofft, dass diesen Weißstorch-Opfern keine weiteren mehr folgen werden und fordert die zuständigen Netzbetreiber nachdrücklich auf, ihren Aufgaben nun schnellstmöglich nachzukommen und gerade in den Vogelzugtrassen und Brutregionen die Sicherung der Masten voranzutreiben.

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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