Lebende Landschaftspfleger in der Markbachaue

Foto: Anette Lafaire
Foto: Anette Lafaire

 

Bei sommerlichen Temperaturen fanden sich über 30 Interessierte an der Hannesrieder Mühle ein, um die lebenden Landschaftspfleger in der Markbachaue kennen zu lernen. Bei dieser gemeinsamen Exkursion von LBV und dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald wurde dieses seit 2009 existierende Beweidungsprojekt vorgestellt. Die Markbachaue mit seinen feuchten Wiesen ist ein naturnaher Lebensraum Lebensraum. Auch der LBV besitzt hier schon länger eine Fläche. Aufgrund der Feuchtigkeit war die Pflege dieser ca. 7 Hektar großen Wiese ein sehr aufwendiges Unternehmen. So wurde die Idee von Hans Braun, vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald, gerne aufgenommen, doch Auerochsen für die Beweidung anzuschaffen. 2009 wurden ein Bulle, 4 Kühe und 2 Kälber gekauft. Mit der Zeit vergrößerte sich die Herde immer weiter heute stehen ca. 14 Tiere auf den fast 20 Hektar. Zu den Flächen des LBV sind inzwischen auch Flächen des Landkreises und auch private Flächen hinzugekommen, so hat Frau Renate Scheer, genannt "Schmiewurm" ihre Wiese ebenfalls diesem erfolgreichen Projekt zur Verfügung gestellt. Ebenso erwähnt werden muss, dass der Besitzer der Hannesrieder Mühle, Hans Balk, Möglichkeiten für den Unterstand der Tiere zur Verfügung stellt. Ohne diese freiwillige Bereitschaft wäre dieses Projekt nicht so praktikabel. Zwar stehen die Tiere bei Wind und Wetter im Freien - und das scheint sie auch nicht zu stören -, aber für tierärztliche Untersuchungen etc. brauchen sie doch einen Unterstand.

Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling uf Großem Wiesenknopf - Foto: Dieter Renner
Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling uf Großem Wiesenknopf - Foto: Dieter Renner

 

Monika Kerner vom LBV erläuterte noch die Entwicklung von einer fast reinen Mädesüß-Hochstauden Fläche zu einer artenreichen Wiese. Um diese positive Veränderung auch belegen zu können, sind verschiedene zwei mal zwei Meter große Flächen eingezäunt, die einmal im Jahr von Hand gemäht werden. Es ist ein Anstieg von der Artenvielfalt sowohl in der Flora als auch in der Fauna, besonders bei Insekten und Amphibien zu verzeichnen. Auf einen Falter ging Kerner besonders ein, denn für seinen Fortbestand braucht es nicht nur den Großen Wiesenknopf sondern auch noch die Knotenameise. In die Blüten des Wiesenknopfs legt dieser Falter seine Eier, später lassen sich die daraus entwickelten Raupen fallen und imitieren den Duftstoff der Ameisen. So werden sie von den Ameisen in ihr Nest transportiert und verbringen dort den Winter. Im Frühjahr müssen sie allerdings schnellstens das Ameisennest verlassen, weil die Tarnung dann nicht mehr funktioniert. Wie der Name des Falters "Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling" schon sagt, ist er auf diese zwei Arten angewiesen. Fehlt zum Beispiel der Wiesenknopf oder wird zu früh gemäht, verschwindet auch der Falter. Auf den Flächen in der Markbachaue ist er noch vertreten, da beide Faktoren, Wiesenknopf und Knotenameisen vorhanden sind. Im Anschluss an diese interessante Führung konnte noch bei einer Brotzeit die Auerochsensalami probiert werden. Das Fleisch der Auerochsen wird von Mich Ferstl, dem die Tiere gehören, selbst vermarktet.

Bericht: Anette Lafaire

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION