LBV und Naturpark Oberer Bayerischer Wald stellen neue Broschüre vor

 

Nößwartling. 22.06.2016 Aus dem gemeinsamen Anliegen, Touristen und Einheimischen die Schönheit und Vielfalt der heimischen Fauna (Tierwelt), Flora (Pflanzenwelt) und Mycelien (Pilze) näher zu bringen, wurde 2011 mit der Broschüre "Wo die Höllenotter wohnt" von der LBV-Kreisgruppe Cham und dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald ein gemeinsames Infoprojekt gestartet. Am Donnerstag stellten die Verantwortlichen ihr neuestes Werk "Wo der Strubbelkopf haust" vor.

 

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern ist ein gemeinnütziger, staatlich anerkannter Arten und Biotopschutzverband. Seit 1974 ist die Kreisgruppe Cham in allen Bereichen des Natur- und Umweltschutzes aktiv. Sie sichert und renaturiert zwischenzeitlich schon über 100 Hektar wertvolle Lebensräume durch Pacht beziehungsweise Kauf und pflegt diese Flächen nach neuesten ökologischen Gesichtspunkten.

Ein Schwerpunkt der Chamer Kreisgruppe ist der Betrieb des "LBV-Zentrums Mensch und Natur" in Nößwartling, in dem zahlreiche Infoveranstaltungen für Schüler und Lehrer in Form von Unterrichtsgängen, Projekttagen oder Lehrerfortbildungen durchgeführt werden. Regelmäßig werden auch Vorträge und Führungen für Einheimische und Touristen angeboten. Möglich ist auch die Betreuung von Kinder- und Jugendgruppen. Der LBV bietet allen kompetente Beratung im Bereich Naturschutz und Umweltarbeit. Das umfangreiche und gut beschilderte Außengelände um das LBV-Zentrum kann auf den ausgewiesenen Wegen, aber auch auf eigene Faust erkundet werden.

Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald umfasst den gesamten Landkreis Cham sowie einen Teil des Landkreises Schwandorf (Stadt Nittenau, Markt Bruck, Gemeinde Bodenwöhr) und ist mit 179600 Hektar einer der größten Naturparks in Bayern. Mit vielen Bergen, Flusstälern und Seen punktet unser Naturpark touristisch mit einer reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft, einem dichten Netz von Wander- , Rad-, Wasserwegen und Skipisten, einem Festspielangebot, das seinesgleichen sucht, und vielen weiteren Attraktionen, insbesondere für Familien, wozu auch das LBV-Zentrum in Nößwartling gehört.

 

Elfriede Kellnhofer (links) präsentierte die neue Broschüre mit dem „Strubbelkopf“ auf dem Titelbild, Markus Schmidberger (LBV-Kreisgruppe Cham) zeigt die Broschüre mit dem Auerhahn und Anette Lafaire (Naturpark Oberer Bayerischer Wald) die mit der Kreuzotter. - Foto Johann Gruber
Elfriede Kellnhofer (links) präsentierte die neue Broschüre mit dem „Strubbelkopf“ auf dem Titelbild, Markus Schmidberger (LBV-Kreisgruppe Cham) zeigt die Broschüre mit dem Auerhahn und Anette Lafaire (Naturpark Oberer Bayerischer Wald) die mit der Kreuzotter. - Foto Johann Gruber

Bereits mehrere Broschüren erstellt

Wo die Höllenotter wohnt - Foto: LBV
Wo die Höllenotter wohnt - Foto: LBV
Wo der Auerhahn balzt - Foto: LBV
Wo der Auerhahn balzt - Foto: LBV

 

 

In dem kleinen Bildband "Wo die Höllenotter wohnt" (2011) wurden die häufigsten bei uns vorkommenden Schlangen Kreuzotter, Ringelnattern, Schlingnattern, Blindschleichen, Zaun- und Waldeidechsen vorgestellt. Die Kreuzotter ist dabei die einzige heimische Giftschlange im Bayerischen Wald, die aber nicht tödlich giftig ist. Hingewiesen wird auch darauf, dass alle diese Reptilien der Bundesartenschutzverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz unterliegen und streng geschützt sind. 2013 wurde die Broschüre "Wo der Auerhahn balzt" aufgelegt und darin markante Vertreter der Vogelwelt im Naturpark in Wort und Bild beschrieben wie Auerhuhn, Wanderfalke, Ringeltaube oder Waldkauz.

Am Donnerstagnachmittag wurde im LBV-Zentrum "Mensch und Natur" der neueste Bildband dieser Reihe vorgestellt. "Wo der Strubbelkopf haust" ist der Titel und es geht um Pilze. Die Redaktion oblag Annette Lafaire (Naturpark Oberer Bayerischer Wald) und Markus Schmidberger (LBV-Kreisgruppe Cham). Elfriede Kellnhofer nahm an der Präsentation diesmal nicht als Mitarbeiterin im Kulturamt der Stadt Furth im Wald, sondern als ausgewiesene Mycelexpertin teil. Mit Ausnahme des Titelfotos, steuerte Kellnhofer die von ihr alle selbst im Naturpark geschossenen Fotos bei und war als fachliche Mitarbeiterin an der Ausarbeitung der Texte beteiligt.

 

Für das Vorwort in der Broschüre konnte die Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, gewonnen werden, die das LBV-Zentrum in Nößwartling anlässlich der Vorstellung der Broschüre gerne selbst in Augenschein genommen hätte, dann aber kurzfristig andere Terminverpflichtungen vorziehen musste.

 

 

Wo der Strubbelkopf haust - Foto: LBV
Wo der Strubbelkopf haust - Foto: LBV

Pilze nur für den Eigenbedarf sammeln

 

Die Autoren Anette Lafaire und Markus Schmidberger weisen daraufhin, dass nur für den Eigenbedarf und in überschaubaren Mengen (bis 2000 Gramm) Pilze gesammelt werden dürfen. Alte oder "riesige" Pilze sollte man stehen lassen, denn sie sind in der Regel nicht mehr für den Verzehr geeignet. Pilze gehören zu den wichtigsten "Global Players" auf unserem Planeten. Ohne sie würden unsere Ökosysteme nicht funktionieren. Eine Reduzierung auf giftig oder essbar greift hier viel zu kurz, so Schmidberger. Und auch für unbekannte Arten gilt: Sie sind wichtige Sporenverbreiter.

 

Vorgestellt werden in der Broschüre unter anderem Strubbelkopf (Strobilomyces strobilaceus, essbar - aber geschmacklich kein Leckerbissen), Fichten-Steinpilz (Boletus edulis, schmackhafter Speisepilz), Schopftintling (Coprinus comatus, jung sehr guter Speisepilz), Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides, tödlich giftig), Königsfliegenpilz (Amanita regalis, nicht essbar) oder Tintenfischpilz (Clathrus archeri, ungenießbar).

Die Broschüren sind im LBV-Zentrum Mensch und Natur in Nößwartling kostenlos erhältlich. Gefördert wurden die Naturinfos durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und zum Teil auch durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Infos zum LBV findet man unter www.cham.lbv.de und zum Naturpark unter www.naturpark-obw.de.

 

Bericht: Johann Gruber

 

Ein prächtiger Fichten-Steinpilz - Foto: Elfriede Kellnhofer
Ein prächtiger Fichten-Steinpilz - Foto: Elfriede Kellnhofer
Finger weg! Der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz - Foto: Elfriede Kellnhofer
Finger weg! Der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz - Foto: Elfriede Kellnhofer
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