Drei Jungstörche kamen ums Leben

Der Altstorch legt das tote Küken am Horstrand ab. - Foto: Horstkamera Göde
Der Altstorch legt das tote Küken am Horstrand ab. - Foto: Horstkamera Göde

 

01.06.2016 - Miltach. In einer Gemeinschaftsaktion mit den lokalen Feuerwehren haben Mitarbeiter des Landesbund für Vogelschutz drei tote Jungstörche geborgen.

Dank der Bilder aus der Horstkamera die durch Frau Göde betreut wird, der Bewohnerin des Hauses auf dem sich der Horst befindet, konnte der plötzliche Tod der Miltacher Jungstörche via Video beobachtet werden. Zwei bereits herangewachsene Störche starben fast zeitgleich in der Nacht zum Samstag. Am Morgen des 28.05. konnte die Ablage der Küken durch den Altstorch am Rand des Horstes verfolgt werden. Der Dritte und weitaus jüngere Vogel starb bereits früher. Frau Göde informierte nach diesen Beobachtungen den LBV, der dann die Bergung initiierte.

Da die Witterung oder die Nahrungsversorgung kein Problem zum Zeitpunkt des Todes darstellte, ist das Sterben der Jungstörche nicht zu erklären. Ein Verdacht, auf eine mögliche Vergiftung über ihre Nahrung ist deshalb nicht auszuschließen. Um eine Todesursache zu ermitteln, war der LBV auf die Hilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting und der Miltacher Wehr angewiesen. Durch ihren schnellen Einsatz konnten die toten Küken sicher für eine Autopsie geborgen werden. Die LBV-Kreisgruppe Cham, vor Ort vertreten durch den Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Schindlatz und dem LBV-Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger, wird die mittlerweile eingefrorenen Tiere über ein Münchner Labor auf diverse Giftstoffe z.B. Pestizide überprüfen lassen, um Rückschlüsse auf die Todesursache ziehen zu können. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 150,-- €. Das Ergebnis wird dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Der LBV möchte sich nochmals ganz herzlich für die schnelle Hilfszusage bei den Feuerwehren bedanken.

 

Wenn Sie sich ausführlich über das Miltacher Storchendrama unterrichten wollen, klicken Sie doch auf die Storchenseite in der Homepage von "Schloss Miltach". Hier wird seit vielen Jahren liebevollst über Aktuelles von den Miltacher Störchen berichtet.

 

 

Für die Bundesfreiwillige Viktoria Lissek ging es mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting hoch hinaus. Über eine Drehleiter konnte sie die toten Jungvögel ohne Gefahr bergen. - Foto: Karl-Heinz Schindlatz
Für die Bundesfreiwillige Viktoria Lissek ging es mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting hoch hinaus. Über eine Drehleiter konnte sie die toten Jungvögel ohne Gefahr bergen. - Foto: Karl-Heinz Schindlatz

Verdacht auf Tod durch Pestizide bestätigte sich nicht

 

 Die Autopsie der beiden Ende Mai ums Leben gekommenen Miltacher Jungstörche ist inzwischen abgeschlossen. Sie wurden in der tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München einem breiten toxikologischen Screening unterzogen, wobei sich keinerlei Hinweise auf das Vorhandensein akut toxischer Substanzen ergab. Der Verdacht, dass die Storchküken durch über die Nahrung aufgenommene Giftstoffe, z.B. Pestizide ums Leben kamen, bestätigte sich damit nicht.

 

Die offene Frage, warum gleich alle drei Miltacher Jungstörche in unmittelbarer zeitlicher Nähe den Tod fanden, obwohl die Witterung oder die Nahrungsversorgung kein Problem dargestellt haben dürften, bleibt somit unbeantwortet.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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