Stunde der Wintervögel

Insgesamt immer weniger Vögel

Rückgang bei häufigen Arten zu beobachten

Star und andere Zugvögel überwintern immer öfter

 

Trotz Rekordbeteiligung wird bei der gemeinsamen Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" von LBV und NABU deutlich, dass im Freistaat insgesamt immer weniger Vögel beobachtet werden. Zwar zählten bayernweit erstmalig über 32.000 Teilnehmer insgesamt über 760.000 Vögel, sie sahen im Durchschnitt aber nur noch 34 gefiederte Gäste pro Garten. 2011 wurden im Vergleich noch 42 Vögel gezählt. Immerhin wurden in der Geschichte des Bürgerforscher-Projekts noch nie so viele Stare beobachtet wie Anfang Januar 2018. Nach einem starken Einbruch im Vorjahr führt die Kohlmeise diese Jahr wieder vor Haus- und Feldsperling die Top 3 an. Im Landkreis Cham ist wie schon alle Jahre zuvor der Feldsperling die Nummer 1 der Beobachtungen.

 

Der am häufigsten beobachtete Vogel in Bayern: die Kohlmeise - Foto: Dieter Renner
Der am häufigsten beobachtete Vogel in Bayern: die Kohlmeise - Foto: Dieter Renner
Im Landkreis belegte wie schon im Vorjahr der Feldsperling den Spitzenplatz. - Foto: Dieter Renner
Im Landkreis belegte wie schon im Vorjahr der Feldsperling den Spitzenplatz. - Foto: Dieter Renner
Vormals ein häufiger Wintergast, mittlerweile ein Sorgenkind: der Grünfink - Foto: Dieter Renner
Vormals ein häufiger Wintergast, mittlerweile ein Sorgenkind: der Grünfink - Foto: Dieter Renner

 

Nicht nur bayernweit, sondern auch im Landkreis Cham werden immer weniger Vögel gezählt. Ein deutlicher Rückgang der häufigen Arten ist zu beobachten. Beunruhigend sind für den LBV der Abwärtstrends vor allem beim Grünfink. Mittlerweile erscheint er nur noch in 27% der Gärten im Landkreis. Seine Zahlen nehmen zwar langsam, dafür aber seit Jahren stetig ab.

 

 

 

Auch der Rückgang von typischen Feldvögeln wie der Goldammer, die im Vergleich zum Vorjahr fast 40 Prozent abnahm, bereitet dem LBV große Sorgen (23., Vorjahr 14.) im Landkreis Cham wurde er gerade noch in 7,5% der Gärten gezählt. Als typischer Vogel der Wiesen- und Ackerlandschaften machen der Goldammer der zunehmende Flächenfraß, Monokulturen, der Einsatz von Agrargiften in der Landschaft und die Zerstörung von Randgehölzen und Sträuchern schwer zu schaffen.

 

Angesichtes des milden Winters haben sich einige Zugvogelarten die weite Reise nach Süden gespart. Solange der Boden nicht gefroren ist, finden sie immer noch Nahrung. Der Vogel des Jahres 2018 der Star wurde so oft wie noch nie gezählt. Im Landkreis Cham belegt er zwar nur den 54 Platz, bayernweit hat er nur knapp den 20 Platz mit 6500 gezählten Vögeln verpasst. Ein Ergebnis, dass auch auf die Klimaveränderung und des dadurch veränderten Zugverhaltens hinweist. In den wärmeren bayerischen Regionen, wie z.B. Aschaffenburg, war er sogar der dritthäufigste Vogel. Ebenso auffällig waren bayernweit die vermehrten Meldungen von Zilpzalp, Mönchsgrasmücke, Hausrotschwanz und Bachstelze, die wie der Star eigentlich zu den Kurzstreckenziehern gehören und Bayern verlassen.

 

 

Gesamtergebnis

 

Nach dem Ausbleiben im Vorjahr sind die Meisen wieder da. Sie sind ein kleiner Lichtblick. Nicht nur die Kohlmeise, sondern auch Blau-, Sumpf,-, Tannen und Haubenmeisen wurden wieder weitaus häufiger gezählt als noch 2017. Trotz rückläufiger Gesamtbestandszahlen lieferten sich Haus- und Feldsperling ein spannendes Kopf- an-Kopf Rennen. Im Chamer Land gewinnt es allerdings regelmäßig der Feldsperling (Platz1)/ Haussperling (Platz:3). Mit etwas Abstand dahinter landet die Blaumeise auf einem soliden 4. Platz. Weit abgehängt wurde dagegen die Amsel auf Rang 5. Die Amsel konnte zwar den Rang 5 besetzen, doch diesen mit deutlichen Federlesens. Sollte auch bei ihr der Trend so weitergehen, muss auch ihre Situation neu bewertet werden.

 

Rekordverdächtig in diesem Jahr sind auch die Meldungen von Spechten. So wurde der Buntspecht so häufig und in so vielen Gärten wie noch nie beobachtet und schaffte es in die Top Ten (10.). Im Landkreis Cham gab es zudem unter den Spechten ein Highlight. Im Rodinger Raum konnten, wie auch schon 2017, Mittelspechte beobachtet werden.

 

 

 

Diese ornithologische Rarität wurde bayernweit nur äußerst selten gezählt. In Roding im Landkreis Cham im Garten der Familie Groth konnte sie auch in diesem Jahr wieder festgestellt werden: der Mittelspecht! - Foto: Ursula Groth
Diese ornithologische Rarität wurde bayernweit nur äußerst selten gezählt. In Roding im Landkreis Cham im Garten der Familie Groth konnte sie auch in diesem Jahr wieder festgestellt werden: der Mittelspecht! - Foto: Ursula Groth

 

Mit durchschnittlich 40 Vögeln pro Garten lag das Ergebnis im Landkreis Cham über dem Schnitt von 35 in der Oberpfalz und 34 in Bayern.

Die Kreisgruppe Cham des Landesbund für Vogelschutz möchte sich hiermit auch nochmal bei allen 281 Teilnehmern aus dem Landkreis bedanken, die dieses Bürgerforschungsprojekt unterstützt haben und somit diesen Einblick in die Welt unserer Wintervögel in den Gärten gewährleisten.

Bezirks- und landkreisgenaue Ergebnisse und Auswertungen finden Sie unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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