Warum Wespen jetzt wieder besonders aktiv sind – LBV gibt hilfreiche Tipps zum Umgang

Kommt einem eine Wespe zu nahe, gilt es Ruhe zu bewahren. - Foto: Dieter Renner
Kommt einem eine Wespe  zu nahe, gilt es Ruhe zu bewahren. - Foto: Dieter Renner

 

Viele Menschen genießen derzeit die herrlichen Sommertage im Freien. Der Genuss von süßen Speisen unter freiem Himmel kann allerdings schnell unangenehm werden. Denn gerade auch Wespen scheuen sich nicht davor, Obstkuchen, Saft und Eis im Garten anzusteuern. Aber: die Begegnung mit den ungebetenen, gelb-schwarzen Gästen ist kein Grund zur Panik, meint die LBV-Kreisgruppe Cham. Der Landesbund für Vogelschutz gibt hilfreiche Tipps, wie man sich bei Wespenbesuch richtig verhält und sich effektiv vor Stichen schützen kann.

 

Vor allem am Ende des Sommers, wenn die Aufzucht der Larven beendet ist und die Wespen weniger Insekten zum Verfüttern an ihre Jungtiere fangen, gehen sie ihren eigenen Gelüsten nach Süßem vermehrt nach. Wespen sind besonders hartnäckig, wenn sie ihre Leibspeise vor sich haben und hungrig sind. Trotz der augenfälligen Erscheinung dieser Tiere nimmt der Bestand der Insekten auch im Landkreis Cham seit Jahren aber nachweisbar ab.

 

 

Deutsche Wespe - Foto: Ralph Sturm
Deutsche Wespe - Foto: Ralph Sturm

 

 

Kommen einem Wespen und Hornissen zu nahe, gilt es Ruhe zu bewahren. Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe der gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger vermieden werden und auf keinen Fall sollten die Wespen weggepustet werden. Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstimmung. Normalerweise reagieren Wespen bei der Nahrungssuche nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie sich bedroht fühlen. Doch viele vermeintliche Tricks um Wespen dauerhaft fernzuhalten, wie Kupfermünzen auf den Tisch zu legen, sind nutzlos. Fangfallen oder Ablenkfutter haben sogar einen negativen Einfluss, da noch mehr Tiere angelockt werden.

 

Um unliebsame Zwischenfälle zu verhindern, helfen einfache Verhaltensregeln: Decken Sie Lebensmittel und Getränke im Freien ab und räumen Sie alle Reste nach der Grillparty sofort wieder weg. Wichtig ist es auch, Kinder mit Strohhalm trinken zu lassen und ihnen nach dem Essen das Gesicht und die Hände abzuwischen, um die Wespen nicht anzulocken. Wespen können zudem von Gerüchen wie duftendem Parfüm, Cremes und Holzmöbelpolitur angezogen werden. Aber auch bunt geblümte Kleidung hat für sie ihren Reiz. Weiterhin sollte man immer den Mülleimer und Kompost abgedeckt halten. Besonders bei Gewitter oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aufdringlichkeit. Dann geht man ihnen am besten aus dem Weg.

 

 

Hornisse - Foto: Ingo Rittscher
Hornisse - Foto: Ingo Rittscher

 

 

Das gilt auch für die Anwesenheit eines Wespenvolkes direkt auf Balkon oder Terrasse. Wenn es sich vermeiden lässt, sollte man sich der direkten Einflugbahn der Wespen nicht in den Weg stellen. So kann oft ein Bewohnen von Terrasse und Balkon trotz Anwesenheit von Wespen und Hornissen möglich sein.

Denn was viele Menschen nicht wissen: Ein Wespenvolk lebt nur vom Frühjahr bis zum Herbst. "Zwischen August und Oktober stirbt der gesamte Wespenstaat ab, nur die begatteten Jungköniginnen überleben und suchen sich einen Unterschlupf für den Winter. So lange sollte man auch mit der Beseitigung von Wespennestern warten. Nester dürfen weder zerstört noch ohne Genehmigung entfernt werden, da sie durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind. Bei einer notwendigen Beseitigung helfen Fachleute.

 

 

Schaut gefährlicher aus, als sie ist: die Hornisse! - Foto: Dieter Renner
Schaut gefährlicher aus, als sie ist: die Hornisse! - Foto: Dieter Renner

 

 

Damit Wespen nicht ungebeten in die Wohnung fliegen, hilft auch ein Fliegengitter an Fenstern und Türen (Maschenweite kleiner als drei Millimeter). Auch eine Raumschleuse, wie zum Beispiel ein Vorhang nach der Eingangstüre, ist nützlich. Hornissen sind übrigens auch nachtaktiv. Ähnlich wie Nachtfalter werden sie von Lichtquellen angezogen. Sofern sich Hornissen in der Nähe Ihres Hauses befinden, ist es deshalb ratsam, die Fenster zu schließen.

 

Übrigens ist Wespe nicht gleich Wespe. Lediglich zwei der in Deutschland insgesamt neun sozialen Wespenarten, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, sorgen für den schlechten Ruf der Fluginsekten. Die beiden werden übrigens gerne von Hornissen gejagt und verzehrt.

 

 

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