Kann der Große Brachvogel im Chambtal überleben?

LBV-Kreisvorsitzender Karl Heinz Schindlatz und Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger bei einer neu aufgestellten Hinweistafel an den Naturfreund. - Foto: Peter Hartl
LBV-Kreisvorsitzender Karl Heinz Schindlatz und Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger bei einer neu aufgestellten Hinweistafel an den Naturfreund. - Foto: Peter Hartl
Früher im Chamtal häufig - jetzt eine große Seltenheit: der Große Brachvogel - Foto: Dieter Renner
Früher im Chamtal häufig - jetzt eine große Seltenheit: der Große Brachvogel - Foto: Dieter Renner

 

 

14.04.2016 - Die Wiesenbrüter sind derzeit ein großes aktuelles Thema beim LBV. Waren in den 70-er und 80-er Jahren die Wiesenbrüter wie z. B. der Große Brachvogel, Kiebitz, Wiesenpiper, Wachtelkönig oder Braunkehlchen, im Chambtal noch stark vertreten, so ist deren Bestand in den letzten Jahren bedrohlich zurückgegangen. Alle diese typischen Bodenbrüter bauen ihr Nest und bebrüten bis zu 30 Tagen das Gelege am Boden. Der Brachvogel bereitet sich derzeit auf die Brut vor. In dieser Zeit reagieren diese Vögel besonders empfindlich. Bei Störungen kommt es nicht zur Brut oder das Gelege wird aufgegeben. Momentan ist zwischen Arnschwang und Weiding leider kein Brachvogel zu beobachten. Das Chambtal wurde somit bezüglich Wiesenbrüter zu einem leblosen Tal. Als Hauptursachen nannten Markus Schmidberger, der Geschäftsstellenleiter der Kreisgruppe Cham und Karl Heinz Schindlatz, der Kreisvorsitzende des LBV, Störungen während der Reviergründung und Brutzeit. Diese Störungen sind oftmals nicht beabsichtigt. Freilaufende Hunde sowie der zunehmende Freizeitsport sind derzeit die beiden größten Faktoren, die zu den schweren Beeinträchtigungen und Gefährdungen der Arten führen.

 

In Zusammenarbeit zwischen dem LBV und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Cham wurden neue Tafeln für die Wege durchs Chambtal mit der Bitte an den Naturfreund um Mithilfe aufgestellt. Dabei wird in Schrift und mittels Piktogrammen darauf hingewiesen, die Jungenaufzucht dieser Wiesenbrüter nicht zu stören, Rücksicht zu nehmen, Hunde nicht frei laufen zu lassen sowie Lärm und Unruhe zu vermeiden.

 

Das Chambtal ist ein Natura 2000 Gebiet. Der Staat ist verpflichtet dieses Vogelschutz- und FFH-Gebiet zu erhalten. Es ergeht also der dringende Appell an alle Bürger, mitzuhelfen und ihren Beitrag zu leisten. Der LBV würde sich zudem sehr freuen, wenn sich die Landwirtschaft im Chambtal wieder mehr für das Vertragsnaturschutzprogramm interessieren und Verträge abschließen würde.

 

Bericht: Peter Hartl

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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