Feuchte Wiesen in den Markbachauen - Foto: Dieter Renner
Feuchte Wiesen in den Markbachauen - Foto: Dieter Renner

 

 

Eine gemeinsame Exkursion des LBV und des Naturparks Oberer Bayerischer Wald führte zahlreiche Besucher zu den Beweidungsflächen in der Markbachaue bei Tiefenbach. Dabei handelt es um sehr feuchte Wiesen, die früher mühsam von Hand gemäht mussten. Das Mähgut musste wiederum von Hand entfernt werden. Seit 2009 hat man dort tierische Helfer die diese Arbeit ganzjährig und sehr gewissenhaft übernehmen.

 

Um die 60 Besucher fanden sich zu der Führung über die Flächen ein. Nach einer Begrüßung durch LBV, Naturpark und Herrn Ferstl, dem Eigentümer der Tiere, wurde erstmal klargestellt, dass es keine Auerochsen mehr gibt. Bei den Tieren handelt es sich um so genannte Heckrinder, ein Versuch der Rückkreuzung mehrerer Rinderrassen, um den Auerochsen ähnliche Tiere zu erhalten. Besondere Merkmale sind der rötliche Aalstrich über dem Rücken und das weiße Maul. Die Kälber werden mit braunem Fell geboren, die erwachsenen, älteren Tiere sind dann aber schwarz.

Besonders hervorgehoben wurde, dass die Flurneuordnung Hannesried vor allem auf Grund des Beweidungsprojektes eine besondere Auszeichnung in München erhalten hat.

 

 

Der Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist in seiner Entwicklung vom Großen Wiesenknopf abhängig. - Foto: Dieter Renner
Der Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist in seiner Entwicklung vom Großen Wiesenknopf abhängig. - Foto: Dieter Renner

 

 

Bei dem folgenden Rundgang durch die Flächen wurde auf die inzwischen entstandene Artenvielfalt hingewiesen. Das konnte auch durch das Vorkommen seltener und geschützter Tier- und Pflanzenarten belegt werden.

So findet hier der stark gefährdete Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling einen geeigneten Lebensraum, da hier der Große Wiesenknopf, ein Rosengewächs, in großen Beständen vorkommt. Dieser Tagfalter legt in die Blüten des Großen Wiesenknopfs seine Eier. Die daraus schlüpfenden Raupen lassen sich dann später zu Boden fallen und imitieren den Geruch der Knotenameisen. Diese sammeln dann ihre "vermeintlichen" Kinder ein und tragen sie in den Ameisenbau. Dort werden die Raupen gefüttert und gepflegt, so dass sie gut über den Winter kommen. Wenn sie dann allerdings als Falter schlüpfen, müssen sie den Ameisenbau umgehend verlassen, weil sie nicht mehr den typischen Geruch haben. Da normale Wirtschaftswiesen üblicherweise schon sehr früh im Jahr gemäht werden, kommt der Große Wiesenknopf nicht mehr zur Blüte und somit kann sich der Ameisenbläuling auch nicht mehr vermehren.

 

Auch Eintagsfliegen und Plattbauchlibellen wurden den Exkursionsteilnehmern vorgestellt. Durch das Anlegen von verschiedenen Kleingewässern hat auch die Anzahl der Amphibien auf den Flächen deutlich zugenommen.

Plattbauchlibelle - Foto: Dieter Renner
Plattbauchlibelle - Foto: Dieter Renner

 

 

Mich Ferstl führte dann noch vor, wie zutraulich seine Heckrinder sind. Als die Herde allerdings auf die Besucher zuschritt, waren diese doch sehr beeindruckt von diesen imposanten Tieren und machten respektvoll Platz.

Heckrinder in den Markbachauen - Foto: Anette Lafaire
Heckrinder in den Markbachauen - Foto: Anette Lafaire

 

Im Anschluss war noch reichlich Gelegenheit bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch mit allen Beteiligten zu kommen. Es gab auch etliche Nachfragen nach dem Fleisch der Auerochsen, denn dieses wird von Herrn Ferstl direkt vermarktet.

 

Bericht: Anette Lafaire

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