Neuer Lebensraum für seltene Acker-Wildkräuter

 

03. Juli 2017 - Im vergangenen Herbst konnte die LBV-Kreisgruppe Cham eine optimal gelegene kleine Ackerfläche bei Warmleiten im Gemeindegebiet Arnschwang anpachten und mit Roggen und verschiedenen Ackerwildkräutern ansäen. Die Ergebnisse dieser Initiative wurden am vergangenen Sonntag im Rahmen eine LBV-Exkursion einer ansprechenden Anzahl von Teilnehmern präsentiert.

 

Aufmerksam folgen die interessierten Besucher den Erläuterungen der Kräuterpädagogin. - Foto: Dieter Renner
Aufmerksam folgen die interessierten Besucher den Erläuterungen der Kräuterpädagogin. - Foto: Dieter Renner

 

Monika Kerner, verifizierte Kräuterpädagogin und Mitarbeiterin im LBV-Zentrum Mensch und Natur in Nößwartling, erläuterte den Besuchern, wie es zur Anpachtung der ca. 4000 qm großen Fläche kam. Sie hob die besondere Lage am Waldrand und in unmittelbarer Nähe eines naturnahen Obstgartens hervor und wies darauf hin, dass der LBV hier ein Gegenstück zu den auch bei uns weitverbreiteten Monokulturen und Maisäckern schaffen will. Der Zustand der Ackerfläche nach nur einem Jahr deutet darauf hin, dass der LBV dieses Ziel wohl erreichen wird.

Die bedrohte Kornrade darf in einem Wildkräuteracker nicht fehlen. - Foto: Dieter Renner
Die bedrohte Kornrade darf in einem Wildkräuteracker nicht fehlen. - Foto: Dieter Renner

Der größere Teilbereich der angepachteten Fläche wurde schon im letzten Herbst  mit einer alten Roggensorte angesät, die deutlich höher wächst, als die üblichen aktuellen Roggensorten. Dort wurden als Arterhaltungsmaßnahme auch Samen der geschützten und vom Aussterben bedrohten Kornrade aus dem LBV-Garten in Nößwartling eingebracht. Die Exkursionsteilnehmer konnten sich auf Grund der zahlreichen blühenden Kornraden davon überzeugen, dass diese Maßnahme zum gewünschten Erfolg geführt hat.  Der Bereich, in dem bewusst kein Getreide angesät wurde, ist aktuell von zahlreichen Ackerwildkräutern bewachsen. Dabei fallen vor allem die großflächig vorhandene Echte Kamille und die Geruchlose Kamille ins Auge. Aber auch andere Ackerwildkräuter wie den Klatschmohn konnte Monika Kerner den Teilnehmern vorstellen. In besonderer Weise ging die Kräuterpädagogin auf die Echte Kamille ein, Arzneipflanze des Jahres 1987 und Heilpflanze des Jahres 2002. Verwendung findet diese Pflanze vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Entzündungen. Die Exkursionsleiterin ließ es sich nicht nehmen, zu demonstrieren, wie man nun aus der Echten Kamille durch Beimischen von Alkohol und Zerreiben in einem Mörser einen Tinkturansatz herstellen kann.

 

 

Die Echte Kamille ist großflächig auf dem LBV-Acker vertreten. - Foto: Dieter Renner
Die Echte Kamille ist großflächig auf dem LBV-Acker vertreten. - Foto: Dieter Renner
In besonderer Weise ging die Kräuterpädagogin auf diese Pflanze ein. - Foto: Dieter Renner
In besonderer Weise ging die Kräuterpädagogin auf diese Pflanze ein. - Foto: Dieter Renner
Eine attraktive Pflanze: der Klatschmohn - Foto: Dieter Renner
Eine attraktive Pflanze: der Klatschmohn - Foto: Dieter Renner
Ackerwildkräuter ziehen auch seltene Insekten wie den Rosenkäfer an. - Foto: Dieter Renner
Ackerwildkräuter ziehen auch seltene Insekten wie den Rosenkäfer an. - Foto: Dieter Renner

 

Zum Abschluss der rund zweistündigen Veranstaltung wurde deutlich, dass die interessierten Besucher einhellig der Meinung waren, dass der LBV mit der Anpachtung der Ackerfläche einen richtigen Weg beschritten habe.

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION