BR-Reportage bringt neue Erkenntnisse für die illegalen Luchstötungen im „Bermuda-Dreieck“

Foto: Henning Werth
Foto: Henning Werth

 

Eine aufsehenerregende Recherche gelang der Redaktion Tiere und Natur des Bayerischen Rundfunks und des MDR - Redaktion Angela Schmid vom BR und Ralf Fronz vom MDR. In der Sendung "Tier im Visier - Hinterhalt im Luchsrevier" wurde dem unerklärlichen Verschwinden ganzer Luchsfamilien und offensichtlichen Luchstötungen in Thüringen und im Bayerischen Wald im Jahr 2015 nachgegangen.

 Insbesondere wurden die Fälle von am Straßenrand gefundenen Luchsen bei Schönberg und am Rande des Nationalparks Bayerischer Wald unter die Lupe genommen. Forensische Untersuchungen belegten eindeutig: Diese Tiere wurden keinesfalls Opfer des Straßenverkehrs, sondern sie wurden auf bestialische Weise umgebracht. Dasselbe gilt für eine mit drei Jungen trächtige Luchsin, die in der Nähe von Bodenmais mit Schrot erschossen wurde. Ein weiterer Luchs kam bei Rinchnach ums Leben, nachdem er von einem vergifteten Reh gefressen hatte.

 

 

Ein wesentlicher Teil der 45-minütigen Sendung befasste sich mit den vier im Mai des vergangenen Jahres in der Nähe einer Fotofalle im Lamer Winkel provokativ abgelegten Luchspfoten. Die Autoren wiesen durch Mithilfe von Tier-Forensikern nach, dass die Pfoten eindeutig von den Luchsen Leo und Leonie stammten und belegten wiederum mit forensischen Untersuchungen, auf welch grausame Weise diesen beiden Luchse ums Leben kamen.

 

Die Autoren ließen aber in ihren Bemühungen, den Hintergründen der Luchsmorde auf die Spur zu kommen, nicht locker. Sie suchten einen Jagdanbieter im Lamer Winkel auf, gaben sich als Jäger aus und erkundigten sich nach einer Jagd auf Rehwild. Unverblümt wurde ihnen eine Jagd auf einen Luchs angeboten. Dieses Angebot schlugen die beiden Redakteure aber aus. Sie schickten dafür aber einen Profi, der Aufnahmen mit versteckter Kamera machte. Über den Jagdanbieter wurde ein Kontakt zu einem weiteren Jäger im Lamer Winkel hergestellt. Dieser erzählte, dass er schon mehrere Luchse erschossen habe, die er dann vergraben habe, schilderte auch wie er einen Luchs in einer eigens dafür konstruierten Falle gefangen habe und mit welchem Gift man am besten Luchse mit einem ausgelegten Rehköder umbringen könne.

 

Die Ergebnisse der Recherchen wurden der Staatsanwaltschaft Regensburg übermittelt, die nun die Ermittlungen wegen illegaler Luchstötungen aufnahm. Nun weiß man auch die Hintergründe für die Hausdurchsuchung im Lamer Winkel vor einer Woche.

 

 

 

 

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