Luchsmorde im Bermuda-Dreieck – ein Jahresrückblick

Foto: Markus Gläßel
Foto: Markus Gläßel

 

Das Thema Luchs sorgte auch im Jahr 2016 nicht nur im Landkreis Cham sondern auch weit darüber hinaus für Gesprächsstoff. Der Lokalreporter Stefan Weber fasste die Ereignisse in einem Jahresrückblick in der Mittelbayerischen Zeitung zusammen. Lesen Sie den Artikel hier nach!

 

 

Foto: PI Bad Kötzting
Foto: PI Bad Kötzting

Der Fund von vier abgetrennten Luchsbeinen in der Nähe einer Fotofalle im Lamer Winkel im Mai 2015 führte zunächst zu hitzigen Diskussionen zwischen Naturschützern und Jägern, die jede Beteiligung an der Tötung der beiden Luchse vehement von sich wiesen. Einen Artikel, in dem sich zwei Jäger aus dem Lamer Winkel gegen Anfeindungen aus verschiedenen Bevölkerungskreisen wegen eines Interviews im Bayerischen Fernsehen zur Wehr setzen, können Sie hier nachlesen. Interessant ist der Artikel schon deshalb, weil er die verqueren Gedankengänge mancher Jäger sehr deutlich macht.

 

 

Foto: Andreas Hartl
Foto: Andreas Hartl

 

Die Funde führten aber auch zu intensiven Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft und Polizei.

 

Forensische Untersuchen belegten zwar eindeutig, dass es sich bei den beiden Luchsen um "Leo und Leonie" handelte, auch dass sie erschossen wurden, aber da alle Hinweise im Sande verliefen und es keine Spuren gab, die verfolgt werden konnten, schloss die Staatsanwaltschaft Regensburg die Untersuchungen im Laufe des Jahres 2016 förmlich ab.

 

Auch eine hohe Belohnung von 10.000€, die zur Ergreifung des Täters ausgesetzt wurde, führte nicht zum Ziel, sorgte allerdings wieder für Diskussionen über die ungewöhnliche Höhe der Belohnung.

Äußerst positive Nachrichten gab es dann im November des letzten Jahres. Unserem Kreisvorsitzenden Karlheinz Schindlatz gelangen bereits im Sommer Videoaufnahmen mit Hilfe einer Wildtierkamera, die eine Luchsmutter mit ihren beiden Jungen zeigt. Mit einer weiteren Aufnahmen aus dem Oktober konnte belegt werden, dass die Mutter und ihre beiden Jungtiere zumindest bis dahin überlebt hatten. Bei der LBV-Delegiertenversammlung Ende Oktober in Amberg wurden die Videofilme erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert, später auch im Bayerischen Rundfunk gezeigt. Die beiden sehenswerten Videofilme können Sie sich hier noch einmal ansehen!

Eine spektakuläre Wende nahm der Fall dann Anfang Dezember. Ein Großaufgebot von Polizeibeamten aus Bad Kötzting und benachbarten Dienststellen, sowie der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg führten auf Grund von anonymen Hinweisen in der Gemeinde Lohberg eine Hausdurchsuchung bei einem Jäger durch. Die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Regensburg können Sie hier nachlesen!

 

 

 

Etwa zeitgleich wurde im ARD-Fernsehen und etwas später auch im BR eine aufsehenerregende Reportage der Redaktion Tiere und Natur ausgestrahlt: Tier im Visier - Hinterhalt im Luchsrevier! Die Sendung ging dem unerklärlichen Verschwinden ganzer Luchsfamilien und offensichtlichen Luchstötungen in Thüringen und im Bayerischen Wald im Jahr 2015 nach. Ein wesentlicher Teil der Sendung beschäftigte sich mit den Luchstötungen im Bermuda-Dreieck. Was dabei zu Tage trat, übersteigt sogar die schlimmsten Befürchtungen vieler Naturschützer und wirft nun wahrlich kein gutes Licht auf manche Jäger.

 

Die LBV-Kreisgruppe und natürlich auch die gesamten LBV-Gemeinschaft warten nun gespannt auf die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen. Noch wichtiger als nun endlich einen Täter zu überführen, wäre es aber, dass den illegalen Luchstötungen endgültig ein Ende bereitet wird.

 

 

Darum geht es: Ein gesicherter Lebensraum für ihn, den Luchs! Foto: Marcus Bosch
Darum geht es: Ein gesicherter Lebensraum für ihn, den Luchs! Foto: Marcus Bosch
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