LBV-Kreisgruppe schafft Brutmöglichkeiten für den Wiedehopf

Gelingt es, den Wiedehopf im, Landkreis Cham wieder anzusiedeln? - Foto: Dieter Renner
Gelingt es, den Wiedehopf im, Landkreis Cham wieder anzusiedeln? - Foto: Dieter Renner

 

 

Der Wiedehopf ist eine Vogelart, die in Bayern vom Aussterben bedroht ist. Daher hat es sich der LBV zum Ziel gesetzt, diese Art besonders zu schützen und Maßnahmen, wie zum Beispiel das Anbringen von Nistkästen, zu ergreifen. Informationen dazu finden Sie hier! Bitte klicken!

 

In den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat es auch noch im Landkreis Cham Brutnachweise von Wiedehopfen gegeben. In der Regentalaue, einem der letzten Vogelparadiese im Landkreis Cham, wurden in den letzten Jahren regelmäßig einige Wiedehöpfe gesichtet, allerdings nur am Durchzug. Können wir diese Durchzügler zum Verweilen und sogar Brüten animieren?

 

Es ist einen Versuch wert, sagt Markus Schmidberger, Leiter des Zentrums Mensch und Natur im nahegelegenen Arnschwang. Zusammen mit Peter Zach und Alfons Fischer, den langjährigen Betreuern des Rötelseeweihergebietes und der Regentalaue, beschloss er, Nistkästen in einem Habitat, das den Ansprüchen des Wiedehopfes gerecht werden sollte, anzubringen. Lockerer Baumbestand auf einer feuchten, von Rindern begrasten Weide, die große Insekten wie Libellen und Käfer als Nahrung verspricht. Aber wo bekommt man Nistkästen für Wiedehöpfe? Es ist keine gängige Größe, die man im Geschäft, wie z.B. im Nößwartlinger LBV-Laden, erwerben kann. Dafür sind die Vögel zu selten. Aber man findet eine detailierten Bauplan im Internet. Diesem zu folgen und Kästen selbst zu bauen erklärte sich Doug Nelson, Ehemann einer derzeitigen Bundesfreiwilligen am LBV-Zentrum, bereit. Schnell war beständiges Lärchenholz bei der Tischlerei Bauer in Arnschwang bestellt, zugeschnitten und zusammengenagelt. An einem regenerischen Tag im März war es dann soweit: Fünf der Prachtexemplare an Nistkästen wurden an Bäumen in der Regentalaue angebracht. Wird es ein Erfolg? Für den Wiedehopf können wir das natürlich noch nicht sagen, er befindet sich noch in südlichen Gefielden, wohin er vor dem bayerischen Winter ausgewichen ist. Aber eine der allgegenwärtigen Kohlmeisen wurde bereits nach wenigen Minute am Einflugloch gesichtet, von wo aus sie diese neue, wenn auch für so einen kleinen Singvogel überdimensional große Wohngelegenheit inspizierte. Es wird sich zeigen, wer schlussendlich der Bewohner wird.

 

 

 

In der Werkstatt am LBV-Zentrum Mensch und Natur werden die Nistkästen für den Wiedehopf gebaut. - Foto: Angelika Nelson
In der Werkstatt am LBV-Zentrum Mensch und Natur werden die Nistkästen für den Wiedehopf gebaut. - Foto: Angelika Nelson
Doug Nelson, Ehrenamtler am LBV Zentrum, präsentiert eine der neuen Wohneinheiten für den in Bayern stark bedrohten Wiedehopf. - Foto:
Doug Nelson, Ehrenamtler am LBV Zentrum, präsentiert eine der neuen Wohneinheiten für den in Bayern stark bedrohten Wiedehopf. - Foto:
Professionelle Montage eines Nistkastens durch Markus Schmidberger, vorne und Doug Nelson, hinten stehend. - Foto: Angelika Nelson
Professionelle Montage eines Nistkastens durch Markus Schmidberger, vorne und Doug Nelson, hinten stehend. - Foto: Angelika Nelson
Um die Nistkästen für den Wiedehopf besonders einladend zu gestalten, werden Äste als Sitzgelegenheiten rundum gestapelt. - Foto: Angelika Nelson
Um die Nistkästen für den Wiedehopf besonders einladend zu gestalten, werden Äste als Sitzgelegenheiten rundum gestapelt. - Foto: Angelika Nelson
Der erste Nistkasten hängt und wird auch von Alfons Fischer inspiziert, der auf seiner morgendlichen Vogelbegehung aufs LBV-Team stößt: Doug Nelson, links, Markus Schmidberger, Mitte. - Foto: Angelika Nelson
Der erste Nistkasten hängt und wird auch von Alfons Fischer inspiziert, der auf seiner morgendlichen Vogelbegehung aufs LBV-Team stößt: Doug Nelson, links, Markus Schmidberger, Mitte. - Foto: Angelika Nelson
Die Herzen der Vogelfreunde im Landkreises würden höher schlagen, wenn es in naher Zukunft wieder einen Brutnachweis von ihm gäbe: dem Wiedehopf! - Foto: Dieter Renner
Die Herzen der Vogelfreunde im Landkreises würden höher schlagen, wenn es in naher Zukunft wieder einen Brutnachweis von ihm gäbe: dem Wiedehopf! - Foto: Dieter Renner

 

Da auf der LBV-Eigentumsfläche in den Markbachauen bei Tiefenbach eine vergleichbare ökologische Situation vorliegt (lockerer Baumbestand, Feuchtgebiet, Beweidung durch Heckrinder), ist geplant, auch dort durch Anbringen von Nistkästen dem Wiedehopf eine weiter Chance zur Wiederansiedlung zu geben.

 

Bericht: Angelika Nelson

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION