Von der Voliere im LBV-Zentrum in den Schilfgürtel des Lettenweihers

Nur kurz musste sich die Rohrdommel neu orientieren, ..... - Foto: Karl-Heinz Schindlatz
Nur kurz musste sich die Rohrdommel neu orientieren, ..... - Foto: Karl-Heinz Schindlatz

 

 

23.06.2017 - Rund vier Monate wurde die Große Rohrdommel im LBV-Zentrum Mensch und Natur gesund gepflegt, vor einer Woche konnte sie in die Freiheit entlassen werden.

 

Gefunden wurde der verletzte Schreitvogel von einer Autofahrerin Ende Februar in der Nähe der Autobahn östlich von Regensburg. Er hatte eine schwere Entzündung am Sprunggelenk, die er ohne tierärztliche Hilfe durch die Miltacher Tierärztin Dr. Sabine Sinowatz und menschliche Unterstützung sicher nicht überstanden hätte. Da wegen der Vogelgrippe und dem daraus resultierenden Sperrgebiet eine Unterbringung in der Vogelpflegestation in Regenstauf nicht möglich war, wurde das Tier in einer geeigneten Voliere in unserem LBV-Zentrum hochgepäppelt. Dies war mitunter eine recht mühsame und zeitaufwändige Arbeit, bei der sich besonders die LBV-BFDler Lea und Christoph einbrachten. Zunächst bestand der Vogel auf lebender Nahrung, die er in Form von Fischen auch erhielt. Besser wurde die Situation als er auch tote Mäuse und Küken als Nahrung akzeptierte.

 

Je weiter die Gesundung der Rohrdommel voranschritt, umso mehr musste man sich Gedanken über den Ort der Freilassung machen. Da Große Rohrdommeln in Bayern unmittelbar vom Aussterben bedroht sind - der Bestand wird aktuell auf fünf bis zehn Brutpaare geschätzt und in der Oberpfalz ist derzeit kein Brutvorkommen bekannt -, durfte dabei die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz ein gehöriges Wort mitsprechen. Als Lebensraum benötigt der Vogel ausgedehnte Schilf- und Röhrichtbestände, wie man sie nur in Verlandungszonen von Seen, Teichen und Altwässern findet. Für Teichwirte ist das totes Land, da hier Fischwirtschaft so gut wie nicht möglich ist. Genau aus diesem Grund verschwanden diese Flächen seit den 1970er Jahren nahezu überall, und mit ihnen die Große Rohrdommel. In der Oberpfalz gibt es allenfalls noch fünf geeignete Biotope, erläuterte Wolfgang Nerb von der Oberen Naturschutzbehörde. Das Letten- und Angerweihergebiet in Verbindung mit dem Rötelseegebiet kam auch deshalb in die engere Wahl, weil man hier immer wieder einmal den dumpfen Ruf des "Moorochsen" hören kann, auch wenn ein Brutnachweis bislang nicht möglich war.

 

LBV-Kreisgruppenvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz und Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger und mit ihnen die gesamte LBV-Kreisgruppe schätzen sich natürlich sehr glücklich, dass die Rohrdommel in der LBV-Eigentumsfläche Letten- und Angerweiher wieder ihre Freiheit erlangen durfte. Ergibt sich daraus doch die Option, dass die Rohrdommel vielleicht doch eines Tages hier einen geeigneten Partner findet und dass im Rötelseegebiet ein Brutnachweis gelingt. Beim Freilassungstermin am vergangenen Freitag machte sich die Rohrdommel ohne lange zu überlegen in Richtung Röhrichtbereich aus dem Staub. Der Schilfgürtel im Letten- und Angerweihergebiet ist als Lebensraum wohl doch geeigneter als die Voliere im LBV-Zentrum, auch wenn man sich im Schilf die Nahrung selber suchen muss.

 

Weitergehende Informationen zu Freilassung der Großen Rohrdommel entnehmen Sie bitte einem Bericht im Bayerwald-Echo. Klicken Sie hier!

 

 

 

........ um sich dann zielsicher Richtung Schilf aus dem Staub zu machen. - Foto: Karl-Heinz Schindlatz
........ um sich dann zielsicher Richtung Schilf aus dem Staub zu machen. - Foto: Karl-Heinz Schindlatz
Das Blaukehlchen, das auch hier seinen Lebensraum hat, freut sich über seinen neuen Mitbewohner. - Foto: Karl-Heinz Schindlatz
Das Blaukehlchen, das auch hier seinen Lebensraum hat, freut sich über seinen neuen Mitbewohner. - Foto: Karl-Heinz Schindlatz
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