Fledermaus-Winterquartier am Schwarzeck

 

 

Fledermaus-Winterquartiere gibt es im Landkreis Cham einige. So zum Beispiel das Asbestloch am Hohen Bogen, die alten Bergwerkstollen am Eck (Kaitersberg) oder am Bleschenberg bei Sinzendorf, einem Ortsteil von Waldmünchen.

 

Auch am Schwarzeck, einem der acht Tausender zwischen Bad Kötzting und dem Großen Arber befindet sich ein vergleichbarer Bergwerksstollen. Um diesen aber langfristig als Fledermaus-Winterquartier zu sichern, musste die LBV-Kreisgruppe diesen Stollen anpachten.

Das war notwendig, da der Eigentümer die am Schwarzeckstollen besonders kostenintensiven Maßnahmen zur Unterhaltssicherungspflicht nicht übernehmen wollte. Diese Aufgabe fiel dann dem LBV zu.

 

Seit 1990 wird von unserem LBV-Expertenteam um Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger in allen Fledermauswinterquartieren im Landkreis eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Das ist zwar eine hochinteressante, aber auch eine zeitaufwändige und mitunter auch eine körperlich anstrengende Aufgabe.

 

 

Dass das kein einfaches Unterfangen war, belegen die Bilder. - Foto: LBV
Dass das kein einfaches Unterfangen war, belegen die Bilder. - Foto: LBV
Aufgrund der extremen Schneesituation musste 2019 der Stolleneingang mühsam freigeschaufelt werden. - Foto: LBV
Aufgrund der extremen Schneesituation musste 2019 der Stolleneingang mühsam freigeschaufelt werden. - Foto: LBV

 

In besonderem Maße trifft dies auf die Kontrolle des Schwarzeckstollen zu. Allein der rund zweistündige Aufstieg mit Schneeschuhen erfordert durchaus eine besondere Kondition. Das Schwarzeck liegt immerhin 1236m hoch. In diesem Jahr musste aufgrund der extremen Schneesituation der Stolleneingang sogar mühsam freigeschaufelt werden, um überhaupt einen Zugang zum Fledermauswinterquartier zu ermöglichen. Da war natürlich die tatkräftige Unterstützung durch die beiden Bergwacht-Bereitschaften aus Furth im Wald und aus Lam von besonderer Bedeutung, ohne die unser LBV-Team wohl überfordert gewesen wäre. Die Kreisgruppe bedankt sich ausdrücklich bei der Bergwacht, die den LBV schon seit vielen Jahren uneigennützig bei der Kontrolle der Fledermauswinterquartiere unterstützt.

 

Ohne die tatkräftige Unterstützung durch die beiden Bergwachtortsgruppen Lam und Furth im Wald wäre in diesem Jahr ein Zugang zum Bergwerkstollen kaum möglich gewesen. - Foto: LBV
Ohne die tatkräftige Unterstützung durch die beiden Bergwachtortsgruppen Lam und Furth im Wald wäre in diesem Jahr ein Zugang zum Bergwerkstollen kaum möglich gewesen. - Foto: LBV
Geschafft! Endlich können sich die Teilnehmer der eigentlichen Aufgabe widmen. Die Stirnlampen helfen beim Suchen nach den Fledermäusen. - Foto: LBV
Geschafft! Endlich können sich die Teilnehmer der eigentlichen Aufgabe widmen. Die Stirnlampen helfen beim Suchen nach den Fledermäusen. - Foto: LBV
Die Ergebnisse der Kontrolle der Fledermauswinterquartiere werden in Diagrammen festgehalten. So gewinnt man sofort einen Überblick über die langfristige Bestandsentwicklung. - Diagramm: LBV-Kreisgruppe
Die Ergebnisse der Kontrolle der Fledermauswinterquartiere werden in Diagrammen festgehalten. So gewinnt man sofort einen Überblick über die langfristige Bestandsentwicklung. - Diagramm: LBV-Kreisgruppe
Das gleiche gilt für die Anzahl der verschiedenen Fledermausarten. - Diagramm: LBV-Kreisgruppe
Das gleiche gilt für die Anzahl der verschiedenen Fledermausarten. - Diagramm: LBV-Kreisgruppe

 

Dass sich der Einsatz auch lohnt, zeigt die Bestandsentwicklung der Fledermäuse am Schwarzeck. Auch wenn das aktuelle Jahr 2019 mit insgesamt 14 aufgefundenen Fledermäusen eher leicht unterdurchschnittlich ist, zeigt die Tendenz seit der ersten Begehung im Jahr 1993 leicht nach oben. Mit fünf verschiedenen Fledermausarten (Großes Mausohr, Wasserfledermaus, Nordfledermaus, Braunes Langohr und Bechsteinfledermaus) war auch die Artenvielfalt durchschnittlich. Insgesamt wurden seit 1993 acht verschiedene Fledermausarten im Schwarzeckstollen gezählt. Neben den oben aufgelisteten Arten waren da auch noch das Große Langohr, die Bartfledermaus und die Fransenfledermaus dabei. Auffallend ist, dass sich der Bestand von Fledermausarten, die ihr Jagdrevier eher im Waldbereich haben, wie z.B. das große Mausohr, sich gut entwickeln, während der Bestand von Arten, die eher im "offenen Feld oder über Gewässern" jagen, tendentiell leicht zurückgeht. Als Beispiel sei hier die Wasserfledermaus genannt. Das ist dann aber auch nicht verwunderlich, da ja auch die Fledermäuse als Insekten fressende Tiere in besonderem Maße vom Instektensterben betroffen sind.

 

Auf solche Fledermaus-Cluster treffen die Höhlenkontrolleure immer wieder. Hier "kuscheln" sich sechs Große Mausohren zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. - Foto: Dieter Renner LBV-Archiv
Auf solche Fledermaus-Cluster treffen die Höhlenkontrolleure immer wieder. Hier "kuscheln" sich sechs Große Mausohren zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. - Foto: Dieter Renner LBV-Archiv
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