Igel gefunden?

Informationen zum Igel

Foto: Johanna Wenzl
Foto: Johanna Wenzl

 

 

03.11.2015 - Herbstzeit ist Igelzeit. Entgegen ihren eigentlichen Gewohnheiten sind Igel nun auch tagsüber aktiv und fressen sich ihren Winterspeck an. Dabei können sie erstaunliche 50 g pro Woche zulegen.

 

Dafür brauchen sie naturnahe Gärten mit dichten Hecken und einheimischen Gehölzen, sowie Reisig-, Laub- und Komposthaufen. Das sind sowohl Nahrungsräume als auch Winterquartiere.

 

Den Winter und somit die nahrungsarme Zeit überbrücken die Igel im Winterschlaf. Sie bauen sich unter schützenden Strukturen wie Hecken oder Gebüsch, aber auch unter Holzstapeln, ein warmes Nest, in dem die Temperatur nie unter Null Grad sinken sollte. Für die nötige Heizung sorgt er, indem er sein im Sommer und Herbst gespeichertes Körperfett verbrennt. Gleichzeitig hält er damit seinen auf ein Minimum reduzierten Stoffwechsel aufrecht.

 

Erwachsene Igelmännchen legen sich schon früh schlafen, etwa ab Ende Oktober. Igelweibchen etwa einen Monat später. Die Jungtiere suchen sich zuletzt ein Winterquartier und sind bis dahin damit beschäftigt, sich ein ausreichendes Speckpolster anzufressen.

 

Jedoch gelingt das nicht allen Jungtieren gleichermaßen gut. So irren im Winter bei Schnee und Frost immer wieder kleine abgemagerte Igel umher, die ohne die sofortige Hilfe des Menschen nicht überleben würden.

 

Wer dem stacheligen Gartenfreund über den Winter helfen möchte, kann dies durch naturnah gestaltete, gut zugängliche Gärten erreichen, die Nahrung und Quartier bieten. Unter Buschwerk und Hecken finden Igel Nistmaterial und einen Winterschlafplatz. Zusätzlich kann man für sie Unterschlüpfe herrichten oder Igelhäuschen an geschützten Stellen des Gartens platzieren. Insbesondere durch die Errichtung einer Futterstelle kann man den Igeln im Herbst dabei helfen, das nötige Wintergewicht zu erreichen. Hundesoftfutter oder Feuchtfutter, ungewürztes Rührei mit Igeltrockenfutter sind Leckerbissen für die Tiere. Keinesfalls sollte man den Igeln Milch anbieten.

 

Wer den Igeln einen optimalen Überwinterungsstandort bieten möchte, kann auch eine sogenannte "Igelburg" schnell selber bauen. Dazu überdeckt man einen Holzkasten mit ausreichend Laub und Reisig, so dass sich ein Igel darin zur Überwinterung zurückziehen kann.

 

Die LBV-Kreisgruppe Cham plant derzeit im LBV-Zentrum Mensch und Natur noch in diesem Winter den Bau einer Igel-Auffangstation. Diese soll hilflosen und pflegebedürftigen Igeln eine professionelle Hilfe gewährleisten und ihnen eine Rückkehr in die freie Wildbahn ermöglichen.

 

Bericht: Michael Bauer

 

Weitere Informationen zur Igelauffangstation erhalten Sie hier!

 

 

 

Rechtliches: Darf man einen Igel aufnehmen?

Die Aufnahme eines Igels ist nur ausnahmsweise bei verletzten oder kranken Tieren erlaubt - danach müssen sie wieder freigelassen werden.

Welcher Igel braucht wirklich Hilfe?

  • Jungtiere, die tagsüber außerhalb des Nestes gefunden werden
  • Igel, die von Parasiten und deren Eiern befallen sind
  • Apathische, im Winter tagaktive oder abgemagerte Igel
  • Igel mit offensichtlichen Verletzungen

 

 

Wie gehe ich mit einem Igel um ?

Bei jedem Igel:

Falls der Igel unterkühlt wirkt (die Unterseite fühlt sich kühler an als Ihre Hand), wärmen Sie ihn vorsichtig auf. Dazu den Igel mit einer - in ein Handtuch eingewickelten - lauwarmen Wärmflasche in eine Kiste setzen. Sind Verletzungen offensichtlich, suchen Sie unverzüglich einen Tierarzt auf.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION