Vogeljunge sind wieder unterwegs

Im Zuge der Vogelzählaktion Stunde der Gartenvögel konnten viele Naturfreunde auch noch nicht ganz flugfähige Jungvögel beobachten, die auf Wiesen oder Wegen scheinbar verlassen sitzen und herzzerreißend rufen. Die Vogeljungen schreien jedoch nicht um Hilfe, sondern betteln um Futter und halten so Kontakt zu ihren Eltern. Sie sitzen in der Nähe des verlassenen Nestes und werden von den Vogeleltern versorgt.

Der LBV rät hier erstmal: Finger weg! Die Vogeljungen sind unerfahren und im Fliegen noch etwas ungeübt und wirken deshalb oft hilflos. Sie aufzunehmen, ist aber falsch verstandene Tierliebe.

Es sei denn, es droht den flauschigen Federbällen Gefahr durch Katzen oder Straßenverkehr. In diesem Fall können sie ohne Probleme kurz aufgenommen und in Hörweite am Fundort umgesetzt werden, am besten in eine Astgabel oder einen Busch, wo die Elternvögel sie wiederfinden.

Verloren gegangene Jungvögel werden bis zu 24 Stunden lang von ihren Eltern gesucht. Hilfe benötigen befiederte Jungvögel deshalb nur, wenn sie nach zwei bis drei Stunden immer noch nicht von einem Altvogel gefüttert wurden.

Die halbflüggen, so genannten Ästlinge, stellen aber eine leichte Beute für Katzen dar. Katzenbesitzer sollten in den nächsten Wochen ihre Stubentiger im Haus behalten.

Fotos: Ralph Sturm, Christoph Bosch, Andreas Hartl

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