Pilzberaterin Elfriede Kellnhofer begleitete uns auf einem Waldspaziergang, um uns die Vielfalt der heimischen Pilze zu zeigen. Bereits nach ein paar Metern am Wanderweg RI9 entdeckten wir die ersten Pilze, ein ziemlich angefressener Täubling. Wir konnten noch die Zahnabdrücke einer Maus erkennen. Und dann ein Hexenröhrling, ein Steinpilz, eine Marone, ein Fliegenpilz und viele mehr. Elfriede beantwortete Fragen und erklärte, dass man keinem trauen soll, der meint ale Pilze zu kennen - denn bereits in Bayern gibt es über 3000 Arten! EInige sind essbar, andere nicht und manche giftig.

Vier Merkmale muss man an einem Pilz erkennen um ihn sicher bestimmen zu können, z.B. die Form des Stiels am Myzel - ist es eine Knolle? sieht es aus wie eine Karotte? die Zeichnung des Stiels - ist sie netzartig wie beim Parasol? Ist es ein Röhren- oder Lamellenpilz? Sind die Lamellen spröde oder weich? und auch der Geruch kann einen Hinweis geben. Schade dass unser Champignon nicht mehr nach Anis roch.

Einen Pilz kann man sich vorstellen wie einen Apfel am Apfelbaum, erntet man einen, zerstört man den Pilz nicht, denn das Myzel ist unterirdisch. Doch alle Pilze soll man auch nicht ernten, damit einige zumindest aussporen können.

Nimmt man aus versehen doch mal einen Pilz den man nicht mitnehmen möchte, soll man ihn nicht achtlos in den Wald zurückwerfen sondern möglichst am Fundort aufstellen damit er noch aussporen kann. Oder noch besser, man hilft ihm bei der Verbreitung seiner Sporen und hängt ihn in die Zweige eines Strauches, damit er sie noch weiter verbreiten kann.

Ein Highlight war der Fruchtkörper einer älteren, daher schwarz verfärbten Zungenkernkeule mit weissem Sporenpulver, die aus einer Hirschtrüffel herauswächst.

 

Foto: Elfriede Kellnhofer