Der Kleiber ist in Deutschland weit verbreitet und kommt in allen geeigneten Waldgebieten, Parks und Gärten mit alten Bäumen vor. Sein Bestand in Deutschland ist hoch —
Schätzungen gehen in die Hunderttausende bis über eine Million Brutpaare. Als charakteristischer Waldbewohner ist er eine Leitart für
naturnahe Laub- und Mischwälder, also eine Art, die zeigt, wie gut ein Wald funktioniert.
Auch bei uns im Landkreis ist er flächendeckend verbreitet und nicht bedroht. Sein Ruf, besser gesagt sein Pfiff, ist eine der sehr markanten Stimmen die bei
uns im Wald zu vernehmen sind. Die Pfiffe lassen sich auch leicht nachahmen: twit, twit, twit, twit - wiwiwiwiwi.
Seinen Namen verdankt er der Eigenschaft, seine Eingänge in die Bruthöhle mit „ Kleibermörtel“ zu verbauen. Kleiber war im mittelhochdeutschen eine
Berufsbezeichnung für Handwerker, die Lehmwände erstellen. Der geschickte Vogel vermischt dabei Erde mit Speichel und verkleinert mit dem Gemisch zu große Schlupflöcher in seine Bruthöhle soweit,
dass nur noch er Zugang hat. Sein Nest baut er übrigens nicht aus Gräsern, Moos oder ähnlichem, sondern aus Rindenschuppen, oft kombiniert mit trockenem Laub, das er kunstfertig
aufeinanderschichtet.
Kleiber sind die einzigen Vögel, die am Baumstamm auch kopfabwärts klettern können. Der blau schimmernde Vogel taucht auch gerne am Futterhäuschen auf und ist
bei seinen akrobatischen Kletterbewegungen gut zu beobachten. Der Kleiber ist ein ausgesprochener Standvogel und ganzjährig in seinem Revier zu beobachten. Wer
ein gutes Auge besitzt, kann Männchen und Weibchen unterscheiden. Männchen haben eine auffallende und deutliche kastanienfarbige Flanke, bei den Weibchen fehlt diese.
Foto: Kleiber im Winter - Dr. Olaf Broders, BV Bildarchiv