Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Danke fürs Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel

Jedes Jahr findet zum Auftakt des Jahres die gemeinsame Mitmach-Aktion des NABU und LBV zur Stunde der Wintervögel statt. Für eine Stunde lang sollen gefiederte Gäste an Futterstellen bestimmt und gezählt werden. Wer sich die Zeit nimmt, die Vögel vor dem Fenster zu zählen, hilft  Naturschützern dabei, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Aus den jährlichen Daten lassen sich Trends für die häufigen Vogelarten im Siedlungsraum ableiten, die etwas über die Bestandsentwicklung, die Anpassung an die kalte und futterarme Jahreszeit oder mögliche Auswirkungen des Klimawandels verraten. Je größer die Anzahl der Teilnehmer*innen ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse. 

Bei der Stunde der Wintervögel mitzumachen ist außerdem eine gute Möglichkeit, die Natur vor der eigenen Haustür besser kennenzulernen. Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte Citizen Science Mitmachaktion Deutschlands und findet bereits seit 2009 statt. Es wird übrigens auch in Österreich, der Schweiz und Tschechien gezählt.

In den letzten Jahren hatten allein in Bayern an die 40.000 Menschen fast eine Million Vögel in Gärten, Parks und Balkonen gezählt. Im Landkreis Cham ergatterte in den letzten Jahren der Feldsperling den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel; Haussperling und Kohlmeise folgten in den Top Drei.

Immer mehr Zugvögel scheinen den Winter in Bayern zu verbringen. Haben Sie auch ein paar ungewöhnliche Wintergäste an ihrer Futterstelle? Melden Sie diese bitte zur nächsten Stunde der Wintervögel Anfang Januar.

Tipps zum MItmachen

  • Futterstelle im eigenen Garten: Wer im Garten oder am Balkon rechtzeitig eine Futterstelle für Vögel einrichtet, kann schon vor der „Stunde der Wintervögel“ die gefiederten Gäste aus der Umgebung zu sich einladen. Wir bieten viele Tipps und Tricks rund um das Thema Vogelfütterung
  • kostenloser Online-Kurs: Wer vor der Zählung sein Vogelartenkenntnis noch etwas verbessern möchte, dem bietet der LBV ab sofort auf seiner Webseite einen neuen kostenlosen Onlinekurs zu den zwölf häufigsten Wintervögeln an. Jederzeit buchbar können Anfänger*innen so in nur 45 Minuten das Wichtigste über Vogelbeobachtung und Vogelbestimmung lernen.
  • Live-Zählung mit LBV Experten: An ausgewählten Tagen während der Mitmach-Aktion laden wir alle Interessierten zu Live-Online-Vogelzählungen mit der LBV-Biologin Angelika Nelson und Pressesprecher Markus Erlwein auf unserem LBV YouTube-Kanal ein. Dabei zählen wir eine Stunde lang die Vögel, die wir über die Webcam an der LBV-Futterstelle in Hilpoltstein sehen, und beantworten alle Fragen rund um die Aktion und unsere häufigen Wintervögel. 

Die vier häufigsten Wintervögel an Bayerns Vogel-Futterstellen

Feldsperling

Foto: Frank Derer

Kohlmeise

Foto: Frank Derer

Haussperling

Foto: Herbert Henderkes

Blaumeise

Foto: Markus Glaessel


Mitmachen ist ganz einfach

Bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen ist ganz einfach: Da es um die häufigen und bekannten Vogelarten im Siedlungsraum geht, muss man kein Vogelkenner sein. Jeder kann eine beliebige Stunde lang die Vögel am Futterplatz im Garten, am Balkon oder Fenster, oder im Park zählen und dem LBV melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art nur die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. 

Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel 2026: So wenige Vögel wie noch nie!

Seit vielen Jahren gab es bayernweit wieder einmal Schnee und Frost zur „Stunde der Wintervögel“ am Wochenende vom 9. bis 11. Januar 2026. Die Meldungen zeigen Höhepunkte aber auch Negativtrends.

Im Landkreis Cham haben 358 Vogelfans an 250 Zählorten 8.327 Vögel gezählt. Die meisten Vögel pro Garten waren Feldsperlinge, gefolgt von Kohlmeisen und auf Rang 3 Haussperlinge. Amsel und Blaumeise schließen die Top 5 ab. Diese Vogelarten waren auch in den letzten 5 Jahren in den Top5 mit etwas wechselnder Platzierung vertreten.

Anders als in vergangenen Jahren blieben große Einflüge von Bergfinken und anderen nordischen Wintergästen wie Erlenzeisigen aus. Es wurden nur 94 Bergfinken (in 2025 waren es 446) gemeldet und 101 Erlenzeisige (in 2024 waren es 429). Typisch für den Landkreis Cham wurden sieben der neun in Bayern vorkommenden Spechtarten beobachtet, es fehlten nur Klein- und Mittelspecht.

Bayernweit lag die durchschnittliche Vogelzahl pro Garten in diesem Jahr wieder leicht unter dem Vorjahreswert. Im Mittel wurden etwa 29 Vögel pro Garten gezählt – das sind rund zwei Individuen weniger als im Vorjahr. Der Durchschnitt im Landkreis Cham liegt mit 33 Vögeln pro Garten etwas über dem bayernweiten Mittel und ist eher stabil über die letzten 5 Jahre - wie die Grafik zeigt. 
Alle Ergebnisse zur 21. Stunde der Wintervögel 2026 lesen Sie hier mit interaktiven Tabellen und Karten.

Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel 2025

Ergebnisse zum aktuellen Ereignis und Aktionen vergangener Jahre gibt es auf: www.lbv.de/stunde-der-wintervoegel/live-ergebnisse/

Vom 10. bis 12. Januar 2025 wurde in den Gärten, Parks und auf Balkonen in Bayern wieder fleißig gezählt, 25.000 Teilnehmende meldeten über eine halbe Million Vögel im Freistaat. Auch im Landkreis Cham wurden mehr als 7.000 Vögel von 258 Vogelinteressierten gemeldet.

Ein Vogel sorgte am Wochenende bei besonders vielen Teilnehmende für Begeisterung: der Bergfink! Dieser Wintergast aus Skandinavien und Nordosteuropa ließ sich vielerorts, auch in unserem Landkreis, blicken und ist heuer in großer Anzahl in Bayern unterwegs. Letztes Jahr nur knapp unter den 20 am häufigsten gemeldeten Arten, sichert er sich heuer ohne Probleme einen Platz unter den Top 10. Der Erlenzeisig hingegen ließ sich in diesem Jahr eher selten an den Futterstationen in Bayern blicken. Während er in manchen Jahren in großen Trupps durch die Gärten zieht, scheint er heuer genügend Nahrung in den Wäldern zu finden. 
Die Amsel war nach aktuellem Stand etwas weniger präsent. Zahlreiche Beobachterinnen und Beobachter berichteten, die Amsel in ihren Gärten vermisst zu haben.  Eine Rolle könnte hier möglicherweise das Usutu-Virus spielen, das im Sommer 2024 wieder aktiv war. 
255 Meldungen sprechen für sich, eine davon aus unserem Landkreis: der Hausrotschwanz, Vogel des Jahres 2025, fühlt sich zunehmend auch im Wintern in den bayerischen Gärten wohl. Auch andere Kurzstreckenzieher wie der Star wurden häufig gemeldet. Die milderen Winter scheinen es diesen Arten zunehmend zu ermöglichen, auf den Zug in den Süden zu verzichten, weil sie auch im Freistaat genügend Nahrung finden.

Alle detaillierten Ergebnisse finden sich auf https://www.lbv.de/stunde-der-wintervoegel/live-ergebnisse/.

Danke fürs Mitmachen!

Foto: Bergfink - Derer Frank_LBV Bildarchiv