Gebietsbetreuung im Chamb- und Zellertal

In 57 besonders schützenswerten Gebieten Bayerns vermitteln Gebietsbetreuer*innen Einheimischen und Touristen, Landnutzern und Landschützern, Jung und Alt die Einzigartigkeit dieser Gebiete und wecken Verständnis für die Erhaltung der Naturschätze. Seit dem Jahr 2002 wird das Projekt "Gebietsbetreuer in Bayern" über den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert. Gebietsbetreuer sind wichtige Ansprechpartner „vor Ort“ für unterschiedliche Interessensgruppen aus den Bereichen Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und Bildung. Ihr Motto ist "Naturschutz. Für Dich. Vor Ort."

 

Seit August 2019 ist Angelika Nelson als Gebietsbetreuerin im Chamb- und Zellertal unterwegs und setzt sich für den Schutz von Wiesenbrütern ein. 

Chambtal

Das ca. 2286 ha große Natura 2000 Gebiet reicht vom Naturschutzgebiet Regentalaue bis zum künstlich angelegten Stausee, dem Drachensee bei Furth im Wald. Es ist Brut- und Rastplatz für viele Vogelarten. Doch durch die Intensivierung der Landwirtschaft hat sich die Landschaft in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Die Further Senke entlang des Chamb ist durch teils intensive Wiesennutzung und Flächenverbrauch durch Siedlung, Gewerbe und Verkehr gekennzeichnet. Vor der Umwandlung kamen auch hier zahlreiche Wiesenbrüter wie Bekassine, Braunkehlchen, Kiebitz, Rotschenkel, Uferschnepfe und Wachtelkönig vor. Wie können wir Nutzung und Vogelschutz in der Agrarfkläche verbinden?

Zellertal

Ähnlich sieht es im Zellertal von Bad Kötzting bis Arnbruck aus. Auf extensiv bewirtschafteten Wiesen war dieses Tal einst ein Hauptverbreitungsgebiet für Braunkehlchen. Auch der Wachtelkönig fühlte sich hier wohl.

So können wir Wiesenbrüter schützen

Um wieder Lebensraum für wiesenbrütenden Vögel zu schaffen, schließen wir Verträge mit Grundbesitzern, meist Landwirten, ab, die für den Vertragszeitraum eine angepasste landwirtschaftliche Nutzung einer Fläche im Sinne des Naturschutzes sichern. Es werden bestimmte Maßnahmen festgelegt, zum Beispiel tierschonende Mahd, oder ein späterer Zeitpunkt der Mahd, erst nach der Jungenaufzucht der Vögel im Juli oder August. Diese Vertragsnaturschutzmaßnahmen haben in der Regel eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren und sind darauf ausgerichtet, den Erhaltungszustand von Arten und Lebensräumen zu verbessern, oder die Ziele des europäischen Naturschutzes (Natura 2000) zu unterstützen.

Natura 2000 ist ein europaweites, zusammenhängendes Netz von Naturschutzgebieten mit dem Ziel länderübergreifend gefährdete wildlebende heimische Pflanzen- und Tierarten und ihre natürlichen Lebensräume zu schützen. Gebiete werden nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie gemäß der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen.