machen Sie mit bei der Zählung zur Stunde der Wintervögel am 8. Januar 2020

2019 Ergebnisse der Mitmach-Zählaktion des LBV im Landkreis Cham: Weniger Vögel bei mildem Winter

Das zweite Jahr in Folge erobert der Feldsperling bei der „Stunde der Wintervögel“ von LBV und NABU Platz 1 im Landkreis Cham. 56 Vogelarten und mehr als 6.800 Vögel haben die 252 Teilnehmer aus dem Landkreis Cham dem LBV bei der Mitmach-Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ gemeldet. 

Platz 1 - Feldsperling

Foto: Frank Derer

Platz 2 - Kohlmeise

Foto: Frank Derer

Platz 3 - Haussperling

Foto: Herbert Henderkes

Platz 4 - Blaumeise

Foto: Markus Glaessel


Pro Garten ergibt sich daraus ein Schnitt von etwa 44 Vögeln und damit ein Vogel weniger als 2019. „Bei den milden Temperaturen ohne Schnee am Zählwochenende haben viele Vögel vermutlich noch genug Nahrung in der Natur gefunden und deshalb weniger die Gärten im Landkreis Cham besucht“, vermutet Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz.

 

Die Sperlinge scheinen von den trockenen Sommern der letzten beiden Jahre zu profitieren und gute Bruterfolge zu erzielen. So rückt der Haussperling von seinem 3. Platz auch 2020 nicht ab. Eine Entwarnung gibt es für ihn aber noch lange nicht, denn gerade in den Städten fehlen vor allem geeignete Nistplätze an Gebäuden.

Auch bei den Meisen hat sich in der Reihenfolge zum letzten Jahr nichts geändert. So behauptet die Kohlmeise ihren 2. Platz ebenso wie die Blaumeise ihren 4. Rang. 

Platz 5 - Grünfink

Einen recht soliden Platz 5 nimmt der Grünfink ein. Der grüne Samen- und Früchtefresser wird unter anderem durch den Verlust von reich strukturierten Kulturlandschaften und den übermäßigen Einsatz von Bioziden bedroht. Wer dem Grünfink helfen möchte, sollte seinen Garten naturnah und giftfrei gestalten.

 

Und wie macht sich die Amsel? Sie landet hinter dem Grünfink auf Rang 6 und bleibt damit in ihrer Häufigkeit auf dem gleichen Platz wie 2019. Nur langsam erholt sie sich von den 2018 erfolgten Bestandseinbrüchen durch den heißen, trockenen Sommer und das regional stark auftretende Usutu-Virus. 2019 gab es ebenfalls einen sehr trockenen Sommer, dafür aber deutlich weniger Usutu-Fälle. Ein weiterer heißer, trockener Sommer könnte es der Amsel besonders erschweren, wieder mehr Fuß zu fassen, da sie mehr als andere Arten auf einen lockeren Boden angewiesen ist. Denn eingetrocknete und rissige Böden erschweren der Amsel die Jagd nach ihren Beutetieren wie zum Beispiel Regenwürmern.  

 

Foto: Zdenek Tunka_LBV Bildarchiv


Bereits am Zählwochenende hat sich gezeigt, dass dieses Jahr vermehrt Eichelhäher gezählt wurden. Er schießt auf Platz 10 die „Top Ten“ ab. Damit landet der bunte Rabenvogel 6 Ränge weiter vorne als 2019. Das vermehrte Auftreten ist auf ein außergewöhnlich hohes Angebot an Eicheln zurückzuführen (auch Eichelvollmast genannt), das 2018 in Nordosteuropa auftrat. Der Eichelhäher ist der Wächter des Waldes, da er im Laufe des Jahres viele Eicheln als Nahrungsreserve vergräbt und nicht alle wieder ausgräbt. 

 

Gesamtergebnis

Feldsperling vor Kohlmeise, Haussperling, Blaumeise und Grünfink – das ist die diesjährige Reihenfolge der Wintervögel in den Gärten des Landkreises Cham. Die Amsel landet auf Platz 6. Die Plätze 7 und 8 belegen Erlenzeisig und Elster. Buchfink und Eichelhäher schließen die landkreisweiten Top 10, gefolgt von Buntspecht, Kleiber, Türkentaube, Tannenmeise und Rotkehlchen.

 

Weitere Informationen, auch zu den bayernweiten Zählergebnissen, können hier eingesehen werden.