Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Vogel des Jahres 2022 - Wiedehopf Upupa epops

"Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut 'nen Blumentopf - Fiderallala ..."

Wer kennt nicht diese Strophe aus dem Lied Die Vogelhochzeit? Das zeigt uns schon, dass der Wiedehopf ganz tief in der europäischen Kultur verankert ist. Mit seinem orangeroten Gefieder und seiner markanten Federhaube ist er einer der auffälligsten heimischen Vögel.

Der Wiedehopf ist nach dem Rotkehlchen der zweite Jahresvogel, der von allen Menschen in Deutschland gewählt werden konnte, 21.787 Bürger*innen haben in Bayern mitgemacht, beinahe 32% der Stimmen gingen an den Siegervogel.

Doch leider ist er gar nicht (mehr) so häufig in der Landschaft zu sehen. Als wärmeliebender Vogel kommt er nur in einigen Regionen Deutschlands vor, z.B. am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg, oder den Bergbaufolgelandschaften der Lausitz in Brandenburg und Sachsen. Auch in Bayern gibt es seit 2021 wieder mindestens 10 Brutpaare. Als Vogel des Jahres erfährt er nun die Aufmerksamkeit, die er braucht, damit sein Lebensraum erhalten wird. Streuobstwiesen und Weinberge sind seine Heimat in der Kulturlandschaft, dort ist er erfolgreiche wenn er sein Nest in Höhlen alter Obstbäume bauen kann. Aber auch Nistkästen nimmt er gerne an. 

Die Mehlschwalbe landete auf Platz zwei mit 34.773 Stimmen (24,4%). Auf Platz drei flatterte der Bluthänfling mit 28.442 Stimmen (19,9%) vor dem Feldsperling mit 23.259 Stimmen (16,3%). Der letzte Platz ging an den Steinschmätzer (10.801 Stimmen, 7,6%). 

Foto: Henderkes Herbert _LBV Bildarchiv

Wiesenbrüter im Chambtal

Foto: Bosch Christoph_LBV Bildarchiv

"Ki-wi", "kuri li", und ein nicht enden wollender trällernder Gesang hoch vom Himmel ertönen über die Wiesen und Felder ... so war es vor Jahren, doch heute ist es still geworden im Chambtal. Kiebitz, Grosser Brachvogel und mittlerweile auch die Feldlerche ziehen immer seltener ihre Jungen auf den Wiesen und Äckern auf.

Unser Gebietsbetreuer Michael Wagner arbeitet mit Landwirten eng zusammen um eine naturverträgliche Landwirtschaft zu fördern.

Horstbetreuung Weißstorch

Foto: Schoenecker Hans _LBV Bildarchiv

Die Bestandszunahme des Weißstorches in den letzten Jahren ist ein großer Erfolg im Artenschutz. Der LBV war maßgeblich mit seinem Artenhilfsprogramm daran beteiligt. Auch wir betreuen einige Horst der majestätisch wirkenden Vögel im Landkreis, so z.B. in Arnschwang. Dem Storchenpaar in Miltach können sie auf Facebook folgen, in Neukirchen b. Hl. Blut via Webcam. Auch in Bad Kötzting brütet schon seit einigen Jahren eine Storchenfamilie auf dem Dach der Kaffeerösterei Gesheidhaferl

Tierweiden für den Wiedehopf

Foto: Angelika Nelson, Bosch Marcus_LBV Bildarchiv

Als wärmeliebende Art breitet sich der Wiedehopf mit dem klingenden lateinischen Namen Upupa epops nach Norden aus. Zu beobachten ist er in trockenen, nicht zu dicht baumbestandenen Gebieten mit nur kurzer oder überhaupt spärlicher Vegetation - wie man sie oft auf einer Tierweide findet.

Im Jahr 2022 wurde der Wiedehopf zum Vogel des Jahres gewählt!


Wiesenbrüterkartierung 2021

Karte: Wiesenbrüterkulisse 2021, LfU

Alle 6-8 Jahre werden bayernweit Daten zum Bestand  wiesenbrütender Vogelarten erfasst. Für 2021 hat das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) – Staatliche Vogelschutzwarte Bayern dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Auftrag erteilt, diese Erfassung zu koordinieren. Bis zu 1000 Wiesenbrütergebiete werden dabei von Ehrenamtlichen erfasst. Wenn Sie einen Kiebitz oder eine Feldlerche auf einem Nest entdecken, melden Sie uns bitte die Beobachtung.

Vogelberingung (IMS)

Foto: Markus Schmidberger

Um festzustellen wie sich der Bestand lokaler Singvogelpopulationen über die Jahre verändert, werden deutschlandweit, im Rahmen des Projektes Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen (IMS) regelmäßig Brutvögel gefangen und beringt. Auch auf der Drahtinsel fange wir jeden Sommer Vögel in Japannetzen. Dadurch gewinnen wir Informationen zur  Fortpflanzungs- und Überlebensrate der Vögel und der Entwicklung des Vogelbestandes.

Einen Eindruck vom Projekt bekommt man in diesem kurzen Video:

Schwalbenhaus Untertraubenbach

Foto: Fuenfstueck Hans-Joachim _LBV Bildarchiv

In Untertraubenbach im Landkreis Cham stand ein altes Haus, an dessen Mauern viele Schwalben gebrütet haben. Das Haus musste weg – und mit ihnen die Schwalbennestern. Der LBV kam zur Rettung und baute künstliche Schwalbennester an einer extra aufgestellten Hauswand.

Ein tolles Beispiel wie wir Gebäudebrütern helfen können.


Stadt Natur

In Städten und Siedlungen kann man erstaunlich viele Vogelarten beobachten. Manche von ihnen haben ursprünglich an Fels- oder Lehmwänden gebrütet und sich dann auf Gebäude umgestellt. Manche so sehr, dass sie ohne Gebäude nicht mehr brüten können. Ihnen wollen wir auch in der Zukunft noch sichere Brutplätze bieten. Beim Projekt "Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur" können auch Sie mithelfen.

Tipp: Einen interessanten Artikel zum Thema Wie gut leben Vögel in der Siedlung? finden Sie auch im LBV Vogelschutz Magazin (2/17).

Noch mehr Schwalben

Der Venus-Hof freut sich über die größte Schwalbenkolonie im Landkreis - 91 an der Zahl im Jahr 2020!

Dafür bekam die Familie Venus eine Auszeichnung, Heinz Schindlatz und Markus Schmidberger überreichten eine Plakette für das schwalbenfreundliche Haus.

Aber wie lebt es sich mit Schwalben unter einem Dach? Lesen Sie selbst ...